hat sich von der alten Herrlichkeit nichts erhalten als die gothischenPortale mit dem von Löwen gestützten Fuggerschen Lilienwappenün Bogenfelde, ferner in den Erdgcschoßen stattliche Hallenvon gerippten Kreuzgewölben, die auf kurzen, stämmigenSäulen ruhen, ein durch den Hof sich ziehender offener Ge-mölbcgang, eine Anzahl gothisch gebildeter, theilweise mit Maß-werk gezierter Thören von gehauenen Steinen und anderesmehr.')
Schon im Jahre 1473, als Kaiser Friedrich sich inAugsburg zum Zuge nach Trier rüstete, um den Herzog Karlvon Burgund mit Geldern zu belehnen, begann Ulrich Fnggermit den Fürsten des Hauses Oesterreich die in der Folge zuso enormer Höhe gelangten Geldgeschäfte. Er lieferte demKaiser das seidene und wollene Gewand zu dem Zuge underhielt dafür für sich und seine Brüder das Wappen von derLilie. 1494 verband er sich mit seinen Brüdern zu einerHandelsgesellschaft mit Spezereicn, Seide und Wolle nach undaus Italien, Tirol, den Niederlanden, Deutschland, Ungarnund Polen. Auch die kleinsten Vortheile verschmähte er nicht,wie beispielsweise Albrecht Dürers Schöpfungen durch ihnnach Italien versandt wurden. Von: Papst Alexander VI.erkaufte er um 1000 Dukaten das Patronat einer Canonicat-pfründe bei St. Moritz. „Gar ein feiner, freundlicher undfrommer Herr ist dieser Herr Ulrich Fngger gewesen, ein dickesduschet (buschicht) weisses Haar, so ihm ehrlich angestanden,hat er gehabt" — berichtet die Familienchronik von ihm. Imhohen Alter mußte er sich einer Steinoperation unterziehenund starb an den Folgen derselben im Jahre 1310.
Der zweite Sohn Jakob Fnggers, Georg, geboren 1453,wurde durch seine Söhne Raimund und Anton der Stamm-vater aller Fngger, die sich forterhielten.
Der bedeutendste unter den Söhnen des älteren Jakobwurde der gleichnamige jüngste Sohn. Er hatte sich ursprüng-lich dein geistlichen Stande gewidmet und war später Domherrdes Eichstättschen Stifts Herrieden geworden. Als jedoch vier
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