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ger gelegen als in andern Dingen und soll allein hier mein Glaubeein blinder scyn? Konlea üiv. luroees. Keem. 2 (welche 7 Sermo-nen Photius dem Thcodorctus zuschreibt, andre dem Athanasius).Anstatt daß man in dem Menschen das Pflichtgefühl sich inReligiösen Dingen selber zu überzeugen, erwecken und erweckthalten soll, machen die einen dem Menschen weiß, daß er vondiesen Dingen nichts, zu wissen braucht, andre daß er nichtswissen darf, weil ja die Hemmung des Vernunftgcbrauchserste Neligionspflicht sey, endlich wieder andre daß er hierübernichts wissen kann, weil hinter der ganzen Sache nichts sey.
Jene Auslegung der Schrift ist vorzuziehen welche durch Aus-gleichung mit ihrer Gegenschrift sich crgicbt, und wenn schon derWeltvcrnunst nicht entsprechend doch nicht unvernünftig ist. Auchmuß man nicht am blossen Wortsinn, oder an der Schale han-gen bleiben, sondern bis zum Kern einzudringen streben. (Denndie Schale ist gegeben aber ihr Durchbrechen ist aufgegeben),kontra, «livers. luror. Leeni. 9.
Es gicbt Leute die alles anwenden um die Menschen von:freien Gebrauch der Vernunft in der Religion abzuhalten, und diedenn doch Religiöse Uebcrzeugung zu-bewirken vorgeben. Hangtes denn aber von mir ab, überzeugt zu scyn oder nicht, und istdenn die Uebcrzeugung eines andern schon meine? Was nüzt esmir wenn ich daS eigne oder Selber forschen (welches nicht mitdem in Eigenheit forschen zu vermengen ist) und Prüfen unterlasseund einem andern überlasse? (und möchte ich nicht eben so guteinem andern es überlassen zu entscheiden ob eine Speise mir süßoder sauer schmeckt?) Soeni. 9.
Im Gegcnthcil ist eben der blinde Glaube die Quelle allerJrrthümcr und alles hlnhcils in der Kirche. Von allen Kezcreienist aber keine schlimmer und furchtbarer als Jene welche in unfernZeiten so stolz und machtig ihr Haupt erhebt, ich meine die Kc-zerci, welche die eben so widersinnige als ungerechte Fodrung andie Menschen macht, daß sie auf ihren Verstand verzichtend, ihreReligion nicht prüfen sollen, womit sie zu einer Lebendigen, un-