28
cr sich vornimmt und einbildet ganz von selber (n so) zu wissen,wollen und thun. Das also sage ich ist sein Jrrthuni und seineLügenhaftigkeit, daß cr, da cr doch nur ein Geschöpf obschon einfreies ist, doch seinen Schöpfer nicht fortsezcn, sondern sich absolut-r »ovo selber anfangen seine Subjektivität folglich nicht einerhohem (Schöpferischen) unterwerfen, daß cr Sclbstlautcr, nicht Mit-lautcr scpn will, womit cr aber nur seine wahrhafte Subjcctivitatverliert und einer tantalischcn im Wissen, Wollen und Thun an-heimfallt. Wie nun diese falsche Deutung der Passivität desMenschen gegen Gott bei rvmischkatholischcn die Borstellung einesmaterialistisch wirkenden Opus ogeratum hervorbrachte, so bei denaltern Lutheranern jene eines sich blos utiliter Applicirens des Vcr-diensts und Thums Christi, und bei den Reformirtcn hatte der-selbe irrige Begriff einer blossen Passivität des Geschöpfs im Ver-halten zum Schöpfer die Irrlehre einer fatalistischen Prädestina-tion zur Folge*). Derselbe Irrthum brachte aber auch jene falsche
*) Dieselbe Verwirrung der Begriffe welcbe in der Theologie herrscht,falls man das Organ als Mitwirker entweder zu hoch fast, selbes mitdem Principalwirker vereinerleiend (den Minister mit dem Regenten)oder zu niedrig, indem man selbes zum blossen, dem Princip, wie demOrgan gehörigen und untergebne» werkzeuglichen Wirker (den Ministerzum Employs) herabsezt — womit aber der Begriff der Triplicität desPrincips, Organs und Instruments, in einem dualistischen untergeht,was noch jezt das Radicalirrige in der Philosophie macht — dieselbeVerwirrung, sage ich, findet in der Physiologie statt, falls auch in ihr,wie noch immer geschieht, Organ und Instrument für ein und dasselbegenommen werden. Wenn aber diese Triplicität im Normalen Lebennicht zu verkennen ist (z. B. als Seele, Nervengeist oder Tinctur undElement) so macht sie sich besonders im Nichtnormalen Leben kund, inwelchem jene Triplicität in Differenz sich befindet und wenigst ein Ansazzur Zersezung sich merklich macht. Z. B. im Somnambulism und hiemitverwandten Zuständen, ja schon im gemeinen Traumleben, empfindet, fühlt,schaut, denkt, wirkt der Mensch nicht mehr mit den Sensationsnerven,Gehirn w. als Werkzeugen, sondern das was im Empfinden, Denkenw. Organ ist, und was man Hörkraft, Sehkraft w. nennt, und wasin all seinen Potenzen zusammen man als Nervengeist, Lebensgeisteroder Tinctur begreift — macht sich von Jenen mehr oder minder los unddaö hiemit von seinem Instrument abgeschicdne Organ läst Jenes als