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des Fegfeuers so wie die Verlängerung und Verstärkung derselbeneines der Prärogativen des zeitlichen Oberhaupts der Kirche ist.Wie weit man aber in Rom diese Präsumtion schon trieb, undwie sehr man das Fegfcucr eigentlich als Domaine des RomischenStuhls betrachtete, läst sich aus ältcrn päpstlichen Dccreten ent-nehmen, in welchen den Engeln untersagt wird, die Seelen Jenerwelche mit Jnterdict belastet starben, in den Himmel aufzunehmen,so wie derselbe Glaube an die auch Jenseits fortwirkende Macht desPapstes der Kirche die reichsten Schenkungen einbrachte, wie dennin Jedem Schenkungsbricf die Formel: In reimnlium nniinne sunesich findet, weil die ihren zeitlichen Besiz der Kirche überlassendeauch nicht den geringsten Zweifel darüber mehr hatten, hicmit sichdie ewigen Güter erkauft oder eingetauscht zu haben.H
Wenn schon die morgen- und abendländische Kirche in Be-treff der Sacramente^) in der Hauptsache übereinstimmen (L)
*) Nach Salvians Lehre galten alle Schenkungen an die Kircheals !»'«»!> I>eecaio>i,»i. — Auch Ellendorf giebt diese Schenkungenals die ergiebigste Quelle des Reichthunis der Kirche an, reu welchemEr (die Karolinger Lr Theil S. 38) sagt: „das Gruudübel in derKirche war der unermeßliche Reichthum der sich bei dem Clerus vonTag zu Tag mehr häufte, wofür er auch mit der grösten Beflissenheitsorgte. Auf allen Synoden, in allen Kapitularien wurde es dem Volkeingeschärft, ja den Neunte» und Zehuten zu bezahlen, und Schenkun-gen an die Kirche zu inachen, die stets als zuelia ;>eccmori:in nach Sal-vians Lehre dargestellt wurden; ja es wurde sogar empfohlen seineGüter zum Nachtheil der Erben der Kirche zu schenken." — Um wie vielbesser wäre es um die Kirche gestanden und stände es noch jezt, fallsKarl der Grosse auf den Einfall Peters des Grossen gekom-men wäre, den Clerus aus dem Ertrag des gesammten Kirchenfondzu besolden!
**) Noch immer stehen sich aber in der abendländischen Kirche diematerialistische Auffassung des Sacraments und die schlechte spiritualistischeentgegen, worüber ich folgendes bemerke. Wenn man die innerliche durchkein Naturwirken vermittelte Bergegenwärtigung des heimlichen göttlichenWorts der Liebe und dessen Eingang in die Seele des Menschen dasInnre Saerament Heist, so muß man sich die Einsicht verschassen undfesthalten, daß — da innre und äussre Affektiv» — Rührung nnd-Be-rühaung einander hervorrufen, weil sie in solidairem Verband stehen —