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Der morgenländische und abendländische Katholicismus mehr in seinem innerns wesentlichen als in seinem äussern Verhältnisse dargestellt
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schcn und russischen Kirche behauptendaß Griechenland undRußland mit Rom im Wesentlichen des Glaubens ganz Eins sind"so verhalt es sich doch nicht ganz so, und wenn es schon richtigist, daß die wesentlichste Differenz zwischen der griechisch-russischenund der römischen Kirche in der Nichtanerkennung des Primats derletztem von Seite der erstem besteht, so finde ich doch für gut,bevor ich mich zur Beleuchtung dieser Hauptdiffercnz wende, aufeinige andre Verschiedenheiten beider Religionen wenn auch nurmit wenigem aufmerksam zu machen, weil diese Verschieden-heiten doch keineswegs so unwesentlich sich zeigen als der Verfasserdieser kritischen Geschichte meint.

Was also zuerst jenen famosen Streit beider Kirchen überdas klllwgno betrifft, so weiß man, daß wenn die Morgcnlän-dische Kirche seit uralter Zeit den primitiven Urständ des Geistesvom Vater und dessen secundaircn Ausgang als Sendung vomSohn lehrte, selbe sich hiebei auf das nicaische und constantinopo-litanische Consilium stüzte, so wie diese auf den klaren Schrifttcrt,indem Christus selber sagtdaß Er seinen Jüngern nach SeinerHimmelfahrt den Geist vom Vater senden wird welcher vondiesem ausgeht" > da nun die Abendländische Kirche die Be-schlüsse dieser Synoden eben so anerkennt als die Morgenlandische,so ist nicht abzusehen, warum crstcre spater das kllliogno interpo-lirte und hicmit nicht nur den Unterschied des primitiven und se-cundaircn Ausgangs des Geistes wieder aufhob, sondern hiemitselbst dem Schristbegriff des Sohnes als des Gesalbten oder vomVater mit Geist Erfüllten so gut als widersprach, weil man dochnicht sagen kann daß dieser Geist den der Sohn vom Vater em-pfangt, im Sohn wie im Vater urstandet. Erwagt man nundaß selbst zwischen der eigentlichen Vorstellung des Athanasius vonden drei Hypostasen und der spatern Erklärung derselben noch einUnterschied ist, so kann man nur der Behutsamkeit der Morgcn-landischcn Kirche seinen Beifall geben, welche sich nicht für befugthielt, dem bestimmten Schristtcxt einen spätem Theologischen Be-