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Römischer Denarfund von Fröndenberg
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Abgesehen von zwei posenschen Ausnahmen * 1 ) zeigen dagegendie ostgermanischen Funde das Abflauen der Denare erstbei Marcus, die skandinavischen meist erst bei Com-modus (s. die Tabelle S. 52/56); es ergibt sich also, daß, wieleicht begreiflich, jene Verschiebung des römischen Handels mitGermanien (Warenimport statt Mtinzeinfnhr) je weiter vonder Grenze entfernt um so später sich voll-zogen hat, nämlich im Westen schon unter Pius», in Ost-germanien erst unter Marcus, inSkandinavien erst unter Commodus. 2 )

Gegen meine Auffassung nun, daß die Masse der Denare nichterst seit den Markomannenkriegen oder gar nach 200 eingeströmt sei,sondern vielmehr bald nach der Zeit, in der jeder einzelne geprägtwurde, schiene zunächst die Tatsache zu sprechen, daß eine Ver-grabung von Schätzen nur selten vor Marcus erfolgt ist (vgl.die Listen S. 52/59). Aber dieser Einwand hat keine Beweiskraft.Denn wenn auch 3 ) der individuellen Gründe für Schatzvergrabungmancherlei sein mögen, so sind es doch zumal kriegerische Ereignisse,welche zu massenhafter Schatzvergrabung führen. 4 ) Solche krieger-

mutung wagen dürfen, daß das gleichmäßige Abfallen der Gesamtziffernder Westfunde (und nur dieser) (Flavier 395, Traianus etc. 241, Hadrianusetc. 173, Pius etc. 125, Marcus etc. 64; bei den Funden in Mittel- undOstdeutschland und in Skandinavien gehen die Kurven von 68161bezw. 180 nach Chr. gerade umgekehrt, siehe die Tabelle S. 54 ff.) eineallmähliche, ununterbrochene Steigerung des Warenimports statt der Miinz-einfuhr für Westgermanien lehre.

1) Es sind die Funde von Poln. Briesen und Lengowo, s. S. 54, indenen das Abflauen der Münzen wie im Westen schon unter Pius beginnt,ohne daß aber die G e s a m t z i f f e r der Funde jener Gegend dazu stimmt;man wird schwerlich für dies Gebiet jene Verschiebung der Art des Handelsgleichfalls schon unter Pius ansetzen, sondern wird annehmen müssen, daßdiese beiden Schätze in ihrem wesentlichen Bestand nicht direkt aus dem Reiche,sondern aus dem westlichen freien Germanien stammen und im Osten nicht s ostark vermehrt wurden, daß die dort noch häufigen Denare des Pius das diesenFunden von Westen her anhaftende Manko an solchen ausgeglichen hätten.

2) Dazu stimmt, daß Münzen aus der Zeit nach 193 im Westen fastnie, in Mittel- und Ostdeutschland bei etwa einem Drittel, in Skandinavienbei der Hälfte der Funde Vorkommen.

3) Wie Kubitschek, Monatsblatt der num. Ges. 1910, 129, kürz-lich gesagt hat.

4) Wofür z. B. 'Seger, Schlesiens Vorzeit 7, 432, in diesem Zusammen-