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Mercantil-Memoiren aus der Türkei
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Die dunkeln überall dem Auge entgegentretenden Zypressen,an Umfang den Minarets gleich, kontrastircn feenhaft durch ihrschwarzes Laubwerk mit ihren glänzenden Umgebungen.

Das Auge erhebt sich, ermüdet und verblendet von der Erdeund ihrer Herrlichkeit, zum wolkenlosen, reinen und heiteren Him-mel, senkt sich dann wieder zu dessen Spiegel, dem tiefblauenMeere, bleibt aber auch alsbald wieder unwillkührlich an einemVorgebirge hangen, das in drei Meere hineinspringt — es istdie Serail-Spitze in Europa, gerade gegenüber vom asiatischenScutari.

Der Rücken dieses Vorgebirges trägt das wunderbare Serailmit seinen Feen-Gärten, Batterien, Moscheen und Kiosks, seinensilbernen funkelnden Springbrunnen, kühlen Felsengrotten undhalb-dunkeln Gemächern, seinen Bädern, Harems, seinen Eunuchen,Kochanstaltcn und Gouvernanten für die zum Dienste des Groß-hcrrn in den Harems heranwachsende weibliche Jugend, — kurz,mit Allem, was die Erde und das Leben Romantisches, Schönesund Entzückendes darzubieten vermag.

Von hier aus erscheinen seine terassenförmigen Gärten alsein Wald von riesenhaften Bäumen, deren Stämme aus Säulen,aus Felsenhöhlen und Mauer-Absätzen hervorspringen und mitihren Aesten die Kiosks, Moscheen, Batterien und selbst die nochim Meere liegende Kriegsflotte beschatten.

Wunderbar treten in diesem Zauberwalde von Cyprcsscn,Feigenbäumen und Riesen-Platanen dem Auge die funkelndenSpringbrunnen, die goldenen Kuppeln, die stammenden Minarets-Spitzen entgegen; zwischen den glänzend grünen Rasenplätzenmit dem dunkeln Laub der Orange eingefaßt und den Blumenund Mosaikbeeten, dem weißen Geländerwerk und den Treppenvon weißem und scharlachrothem Marmor.

Oben auf dem Gipfel dieser Gärten liegen die Palläste desGroßherrn, mit den vergitterten Binnenhöfen der großhcrrlichenHarems.

Links vom Serail ruht der Blick auf dem weiten Marmora-Mecr und seinem verkörperten Arkadien, den Prinzen-Inseln.