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Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
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gabt worden zu seyn, das Gesammtbild in einem einzigen Blickeaufzufassen, nur es der Seele mittheilen zu können. Nur dasGemüth ist fähig, den Eindruck aufzunehmen, um die Gottheitin dem Bilde zu ahnen.

Kein Maaßstab ist mir bis fetzt bekannt geworden, der nurzum etwaigen Vergleich des Bildes dienen könnte, weder in Hin-sicht der Lage, noch in Beziehung auf die daran haftenden Erin-nerungen.

Die so häufig beschriebene und mit Recht gepriesene herrlicheLage Neapels, die mich so oft in Entzücken versetzte, mit ihrerBucht, mit ihren Inseln, mit ihrem feuerspeienden Berge,mit ihren verschütteten Städten, prachtvollen Packlisten undZwingburgen, kann nicht allein in keinen Vergleich gestellt wer-den , sondern vermag kaum eine schwache Idee von einer Mög-lichkeit des vor mir liegenden Bildes zu geben. — Ebensowenigkönnen Venedigs Jrrgänge über Brücken und Kanäle, durchGäßchcn und verborgene Schlupfwinkel gleichgestellt werden Stam-bul's innerem gcheimnißvollcm Labyrinthe.

Hat fe San Pietro den Eindruck auf mich gemacht, dendiese Felsenburg, die heilige Sophie, von fern aus mich ausübt?Die schauervollcn Geheimnisse des Dogen-Pallastes, seiner Seuf-zer-Brücke und seines Marmor-Löwen — was sind sie im Vergleichzu den Blut- und Liebesmysterien des Serails und seiner dunkelnBinncnhöfe und zu dem Grausen erregenden Innern der colossalensieben Thürme? Was ist der berüchtigte Martcrthurm der altenverfallenen Ezzelino-Burg in den Gebirgen Bassanoö gegendie Erinnerungen des Blut-Thores am Christenthurme im Ein-gange des Bosporus. Wie kann ich die Lage vergleichen vonallen unseren in Flächen gelegenen Hauptstädten, mit diesemCvloß auf sieben Bergen?

Mechanisch wie ein Kind die Erstlinge seiner Feder versuchtan den Vorlcgeblättcrn, will ich Einzelnes — Weniges — Ab-gerissenes ebenso mechanisch für mich niederschreiben; vielleichtmag dann Eines oder das Andere meinen späteren Tagen einBild aufzufrischen vermögen, das mich bei jedesmaligem Anschauenso wunderbar, so tief ergriffen hat, und dessen Eindruck keineswegs