die Armenier und Griechen; und dennoch beneiden die Rafah'sWeiber die Türkinnen um ihr geheiligtes Vorrecht, gelbe Pantoffeltragen zn dürfen, die keinem Rafah erlaubt sind. (Griechinnenund Armenierinnen müssen rothe und die Jüdinnen blaue Pan-toffel tragen).
Alle Türken-Weiber tragen sich beim Ausgehen gleich, dieFürstin wie die Sklavin, d. h. den langen, verhüllenden und dieganze Fignr verbergenden und entstellenden Mantel, das weißeMoussclin-Tuch über den Kopf und das ganze Gesicht festgebun-den, mit bloßer Freilassung der Augen, gelbe Vorlilcs (lederneStrümpfe) in gelben spitzigen Ucberschnhen. — Man sieht durch-aus nichts von ihrer Unterkleidung. Die Weiber können ihreAnzüge außer ihrem Herrn und Gemahl nur ihren übrigen Mit-bewerberinnen im Harem, oder ihren Freundinnen in dem allge-meinen Wcibcrvcrsammlnngsorte, den Bädern, zeigen, wo siehalbe Tage zusammen zubringen und sich gegenseitig ihre Juwelenund Kostbarkeiten zeigen. — Ganz leichte seidene Stoffe ist derHauptartikel für Stambul, sowohl in 8ntiii als auch in Vnk-ketas, die hier meist moirirt und geblümt vorkommen. Einigeitaliänische Fabriken haben sich einen bedeutenden Ruf in Cos-poli erworben, namentlich IZurlamnelii, Oviiati 6s 0°. in Lucca.Die ganz dicken und schweren Satins aber werden viel ans deinOsten nach Cospoli gebracht, wahrscheinlich chinesisches Fabricat,ebensowohl als die vielen Gold und Silber-Brocate.
Wollen wir aber den Anzug der den türkischen Großwür-denträgcrn angchörigcn Frauen betrachten, so müssen wir denBeschreibungen der fränkischen Aerzte Gehör schenken.
Ein alter italiänischer Arzt aus Pavia der schon seit vielenJahren seine Kunst hier ausübte, erzählte mir Folgendes:
„Durch den Aleko-Ke^ ward ich dem alten Scraskier-Paschadringend zur Herstellung seiner Favoritin empfohlen, unter denüblichen lästigen Zeremonien eingeführt, und einer blassenDame vorgestellt, die nach allem Anscheine von einem Anfallevon Hysterie geplagt wurde. Sie trug einen Caftan von indi-schem Gold-Brocat mit silbernen Blumen, der genau sich ihrerTaille anschloß. Ihre Beinkleider, die unter dem Caftan zum