Druckschrift 
Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

in großer Menge; die gesammte Production des Landes stehtdirect nnter dem Gouvernement; der Großherr ist der größteKaufmann in der Türkei, gleichwie Mehmed Ali der Größte istin Egypten.

Der Handelsvertrag, der am 1. März 1839 in Erfüllunggehen sollte, nach welchem der türkische Produzent direct, mitUmgehung deö Großherrn, seine Produkte an wen er wollte,hätte verkaufen dürfen, ist wie bekannt, nie zur Ausführung ge-kommen. So ist also Alles beim Alten geblieben, die Frankenmüssen entweder von Rajah's kaufen, die schon vom Gouvernementgekauft haben, oder direct mit demselben die Contracte abschließen,und die Paschas beschenken, um wohlfeil zu kaufen.

Durch die richtige Auffassung der verschiedenen Handelshin-dcrnisse gelten sie dem dortigen fränkischen Handelsmann füreben so viele Vortheile. Die Engländer sind nicht dadurch zu-rückgeschreckt worden, sondern haben durch deren Combination dasLand ausgebeutet und fahren fort es zu thun. Mit baaremGelde in der Hand, kaufen sie den Regicrungs-Beamten dierohen Produkte ab, führen sie in die westlichen Häfen, verkaufenunseren Fabriken die Levantiner Produkte gegen baar Geld zuhohen Preisen und bezahlen selbst wieder die Levante mit denenglischen Erzeugnissen, so zwar, daß sie für die Folge wahr-scheinlich ebensoviel englische Manufacte in's Land senden, als siean rohen Produkten ausführen. — Baarcs Geld steht hier ge-wöhnlich zu 18°/« jährlich, — die rohen Produkte sind immerniedriger hier als in Europa. Diesen Sommer 1849 kostete derKrapp, lranco Bord zu Smyrna circa, 13'/- preuß.

Thaler per 129 Pfund kölnisch, Baumöl aus Metellin 1ra»euSmyrna an Bord 13'/- a 14 preuß. Thaler per 129 Pfundköln. — Beide Artikel bezieht England fast ganz allein; wogegenes sein Türkisch roth Garn M 26 in Bündel zu 19 engl. Pfundverpackt zu 17 st. C. M. (11 Thlr. 27 Sgr.) kraneo Cospoliverkauft.