rige Wüste; überall trifft man auf Meuchelmordund Treulosigkeit und die schandlichste Wollust. Unddoch grade da, als die Sünde so machtig gewordenwar, ward der Erlöser von Sünden geboren, indieser schwärzesten Nacht der Finsterniß ging dieSonne der Gerechtigkeit auf, „aber die Finsternissehaben das Licht nicht begriffen, sondern die Men-schen liebten die Finsterniß mehr, denn das Lichtdarum, daß ihre Werke böse waren." Deßhalb alsChristus ein Jahr vor Hcrodes Tod zu Bethlehemim jüdischen Lande geboren ward und in Sein Ei-genthum kam, nahmen Ihn die Seinen nicht auf,Jerusalem erschrack über die Botschaft von dem neu-gebornen König der Juden, und Herodes trachtetedem Kindlcin nach dem Leben. Vergebens abererhob er sich wider den Gesalbten des Herrn. Dasschreckliche Blutbad, das er in dem bethlehcmitischenKindcrmord beging, machte das Maaß seiner Sündevoll. Fünf Tage vor seinem Tode ließ er noch sei-nen eigenen Sohn Antipater hinrichten. Eine furcht-bare Krankheit machte seinem Sündenleben ein Ende.Ein innerer Brand wüthete in seinen Eingeweiden,und obwohl von heftigem Hunger gepeinigt, konnteer doch keine Speise zu sich nehmen. Umsonst wa-ren alle Mittel, dem Uebel abzuhelfen. Als er nundie Gewißheit seines Todes sich nicht mehr verhehlenkonnte, befahl er in unsinniger Wuth darüber, daßman bei seinem Tode sich allgemein freuen würde,seinem Schwager und seiner Schwester, die Vor-nehmsten der Stadt Jericho, wo er sich damals be-fand, ergreifen und im Augenblick seines Todesumbringen zu lassen, damit es bei seinem Tode nichtan Traurenden fehle. Dieser Befehl wurde jedochnicht vollzogen, und nachdem er noch in einem Anfallvon Verzweiflung einen vergeblichen Versuch zumSelbstmorde gemacht hatte, starb er unter furchtba-
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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
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