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Das Schicksal der im Jahre 1794 über den Rhein geflüchteten Werthgegenstände des Cölner Domes, insbesondere die Zurückführung der Manuscripten-Bibliothek : aktenmäßige Denkschrift
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ungestört weiter. Dass, was damals formell nach Aachen ge-rettet worden wäre, mit dem dorthin verlegten Rechtstitel biszum Jahre 1825 für den Kölner Dom nur conservirt gewesensein würde, lag freilich zu jener Zeit noch ausser aller Berech-nung. Leider ist das Versäumniss fast nicht minder verderb-lich für das Seminargut gewesen. Den auch in dieser Beziehungfrappanten Unterschied der Behandlung in Trier und Cöln er-klärte dem Collier Seminar-Oeconomen auf Nachfrage der Trie-rer einfach damit, „weil Euer Bischof eine Schlafmütze ist“.Ein Mannay war er freilich nicht.*) Die zarte Schonung aber,womit der Aachener Bischof Alles, was damals in Cöln geschahund unterblieb, der gerechten Empfindlichkeit beimass, von einemtausendjährigen hohen Vorrange herabgestürzt zu sein, war dochauch einer andern Deutung fähig. Als Berdolet eines Tagesins Seminar am Domliofc eingekehrt in den Säulen- und Bogen-wald des Domes hinaufschaute, klagte er selbst: Ecce-domus

vestra deserla! (Math. 23, 38.)

Die „Distribution“, welche aus der Portalis’schen Antwortbereits hervortrat, und noch mehr die am Schlüsse nur gegebeneAussicht auf die Dreikönigen- und Engelbertusschreine liess er-rathen, worauf man seine schliessliche Hoffnung zu beschränkenhatte. Jene specielle Veranlassung der dringender gewordenenCölner Petitionen hatte Portalis vielleicht den Dienst geleistet,dass er mit Vorenthaltung gerade der Gegenstände, worauf dienur nach edlem Metall und Pretiosen begehrlichen Darmstädterdas meiste Gewicht legten, in Paris durchdrang, um dann füralles Uebrige, woran das Interesse jedenfalls geringer sein musste,das durch jene Verordnung vom 25. Frimaire unlängst aus-drücklich etablirte Recht des Diöccsanbischofs in den Weg

*) Auch diesen hat Thiers in seiner für französische Eitelkeit roman-halt zugerichteten histoirc du cims, et de l'emp. XIII, 333 sich nur als „kommel'oit timide “ vorstellcn wollen. Vielleicht hat er hei diesem e'vdi/ue de Treuesan einen blossen Deutschen gedacht, während, dass Mannay Eranzose (ausder Gegend von Clcrmont) war, im J. 1815 bekanntlich so verhängnisvoll fürihn wurde. Er starb als Bischof von Rennes am 5. December 1824, im Altervon 79 Jahren.