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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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an sich selbst zur Vollkommenheit in der Politik führe, und damitverbunden die Forderung, daß der Staat, wenn er gedeihen soll,ein bestimmtes Dogma festhalten und den Einflüssen einer bestimm-ten Kirche folgen müsse; die nächste Folge davon wäre die Auflö-sung des paritätischen Staatsrechts zu Gunsten der überall noth-wendigen Orthodoxie, und die Herstellung eines geläuterten Gemein-wesens, in dem zwar nach mittelalterlichem Vorbild unsere Geld-wirthschaft und Industrie, schwerlich aber unsere dem Feudalstaatunbekannte Polizcigcwalt ausstcrben würde. Auf der andern Seitesteht die Erkenntniß, daß jede Kirche, heiße sie wie sie wolle, alssolche weder politische Richtung noch politischen Werth besitzt, daßKatholiken und Protestanten, Rechtgläubige und Ketzer, Theologenund Philosophen abwechselnd die verschiedensten Tugenden und Irr-thümer des politischen Lebens gepflegt haben, daß sie der Reihe nachMonarchisten und Demokraten, Couscrvativc und Revolutionäre ge-wesen sind, je nachdem es ihren kirchlichen Zwecken gefrommt hat,daß dies zu allen Zeiten nicht etwa in der Sündhaftigkeit derMenschen sondern in der Natur der Sache liegt, daß aber ebendeshalb kein Staatsmann von irgend einer religiösen Richtung, vonkatholischem, protestantischem oder atheistischem') Bekenntniß einemehr als augenblickliche Unterstützung erwarten soll. Mit der Sicher-heit, daß der Staat seine einzigen Normen von Recht und Politikempfange, und nur in dieser Sclbstständigkeit auch den Kirchen einguter Nachbar werden könne, verbindet sich hier das Bewußtsein,daß er jedes Bekenntniß gewähren lassen darf, welches den Gemeinsinn

') Wenn eine Fraktion unserer Nadicalen nicht genug zu versichernweiß, es sei nicht eher ein gutes Staatswesen denkbar, als bis alle Men-schen sich jeder Religion entschlagen hätten, so ist das um kein Haarrichtiger, als der entsprechende Satz der Ultramontancn, daß nur ausder Quelle der katholischen Kirche die ächte Staatsweishcit zu schöpfensei. Das Wahre ist, daß jede, positive oder negative, Ansicht über Reli-gion mit der Politik unmittelbar nicht näher zusammenhängt, als die ver-schiedenen Systeme der Chemie, der geschichtlichen Wissenschaften, derMalerschulen. Denn das einzige Medium, wodurch sie eine nähere Ver-wandtschaft nachweisen möchten, der Einfluß auf die Sittlichkeit, istdurch die Erfahrung hinreichend widerlegt: ein orthodoxer Atheist kannein ebenso tugendhafter oder nichtswürdiger Mensch sein wie der recht-gläubigste Katholik oder Protestant,