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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
Seite
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einen unvermeidlichen nnd ihm nm so gefährlicheren Conflict, alsdie Gegner von dieser Seite her in das Innere seines Lagers vor-dringen können.

Daß die Ultramvntancn am Rhcinc in dieser Beziehung neuerlichdedentcnde Fortschritte gemacht haben, liegt offen zn Tage. Wäh-rend noch vor wenigen Jahren ihr Ansetzn fast nur bei Grafen nndBaronen, bei Banern nnd städtischer Plebs etwas galt, bedarfjetzt keines Beweises mehr, daß ihr Einfluß hoher nnd höher in diemittleren Kreise des Bürgerstandes emporsteigt. Ihr wesentlichesHülfsmittel war bisher der Umstand, daß man in diesen sonst ganzliberalen und zum Theil radicalm Kreisen mit einiger Unklarheitüber den eignen Standpunkt die Ultramontanen als Bundesgenossengegen die Regierung willkommen hieß, ohne sich viel um die politischeAnsicht derselben zu kümmern. Stieß etwa die aristokratische Seiteder Partei den Bauern oder Bürger vor den Kopf, so halfder Einfluß des Pfarrers und die Sorge vor protestantischerPolizcigcwalt den Eindruck wieder verwischen. Bekämpfte sie denCode Napoleon unpopulärer Weise in Sachen des Erbrechts, derJagd - nnd Gesindcordnnng, stellte sie dem platten Lande diewenig beliebte Aussicht eineS patriarchalischen nnd patrimonialenZustandes, so zeigte sie sich doppelt liberal und demokratisch inden Städten, nnd eiferte gegen einen hohem WahlccnsuS, damit derClcrns durch seine unbemittelten Gläubigen die Stadtverordnetenernennen möge. Beides verträgt sich übrigens in jeder Beziehungsehr gut mit einander. Dem Clcrns wie dem Adel der Partei istnichts wesentlich entgegengesetzt, als die einheitliche Stärke desStaats und die selbstthätige Mündigkeit des Volksgeistcs. Istdas politische Ganze erst in kleine Parzellen aufgelöst, so mag inden städtischen Gemeinden reine Vvlksherrschaft e.ristircn, vorausge-setzt, daß das Stadtvvlk dem Herrn Pfarrer ebenso freiwillig ge-horche, wie dann das Landvolk dein Herrn Grafen gehorchen muß.

Die konstitutionelle Partei hat dasselbe Interesse wie die Re-gierung , eine solche Entwicklung nicht zu ihrem Ziele gelangen znlassen. Es ist eine Lebensfrage für sie, ihren Einfluß ans diesämmtlichen Schichten des Bürgcrstandes zn behaupten. Da ihreStellung an sich den großen Momenten der heutigen Weltgestaltnngentspricht, so ist ihr der Sieg gewiß, wenn sie ihn nicht durcheigene Fehltritte aus den Händen gibstund nicht selbst die Täuschungen