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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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zcndste Seite zu bilden. Eine heftige Sehnsucht nach Schutzzöllenguairä meine I, eine umhersuchende Unsicherheit in den Bcsteuerungs-fragen zeichnen nicht gerade das Bild einer weitaussehenden undfestgegründetcu Staatskunst. Indeß sind wenigstens auch hierdie negativen Vorzüge der Besonnenheit und Ruhe vorhanden: inden Debatten z. B. über das Steuersystem beschränkt man sich aufden Vorschlag, den König um eine Revision der Steuergesetze zubitten, um dadurch die untern Classen zu erleichtern, lehnt aber dievorgeschlagene Polemik gegen die Schlacht- und Mahlsteuer deshalbab, weil man noch nichts Besseres an die Stelle zu setzen wisse.Von einem gleichen Sinne der Behutsamkeit zeugt eS, daß der oftwiederholte Vorschlag eines Abgeordneten, alle Steuern durch eineEinkommcntare zu ersetzen, gar keine Unterstützung findet, endlich,daß bei einer stets durchgehenden Berücksichtigung der arbeitendenClassen keine Spur bloß speculativer Bestrebungen sichtbar wird.

Will man billig sein, so wird man auch hier die Vergangen-heit dieser Lande in Anschlag bringen. Es ist nicht zu erwarten,daß ein Volk, dessen größter Theil dreihundert Jahre lang nurKloster- und Jesuitcnschulen gehabt und die doppelte Zeit hindurchunter dem Krummstab gelebt hat, mit einem Schlage zur Meister-schaft in den vcrwickcltestcu Aufgaben der Staatswissenschaft ge-lange. Ueber das Vorhandenes und nicht über dessen Lücken kannman da erstaunen und zumal über den Mangel des Hochmuths undFanatismus, der sich an die ersten Schritte auf neuen Gebieten sogerne anheftet. Statt dessen erscheint hier überall nur ruhiger Fleißund ein deutliches Gefühl der eignen Schwächen, ein Gefühl, wel-ches niemanden drücken wird, der sich in gesundem Wachsthum be-griffen weiß.

Leider ist gleich hinzuzusetzen: die letzten Worte sind zwar inihrer besten Bedeutung, aber auch fast nur in dieser wahr. Die

I Ein Abgeordneter der Stadt Cöln stand im Gegensatze fast allein.

2) Zndem hat die hier thätige Bourgeoisie gerade in den industriellenFragen auch außerhalb des Landtags zu wirken Anlaß gehabt; es istbekannt, daß ihre verschiedenen Schritte in der Navigation,?- und derBanksache ans Seiten der Negierung selbst, wenn nicht Genehmigung, sodoch Anerkennung gefunden haben.