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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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woran er sei, da sei für Jegliches vollkommen gesorgt. Wo dieKrone, sagt ein andrer Ultramontane des Landtags, allförderndden Zusammenhang des Ganzen vermittelt, da leidet auch beidein Fortbestände der provinzialstäudischen Vertretung der Nativnal-geist nicht.

Diese Darstellung verdient um so mehr eure ausdrückliche Wi-derlegung, als sie oft genug auch vvu dcu Anhänger» der absolutenMonarchie dem Repräsentativstem entgegengestellt wird. Dennochist ihre Nichtigkeit ebenso leicht durch Beobachtung wie durch Rcflc-rioil darzuthun. In der Geschichte nämlich hat sich durchgängigjenes Gleichgewicht der Ertreme völlig unhaltbar und kurzlebiggezeigt. Ueberall ist es sehr bald zum Kampfe gekommen, überallentweder der Staat, wie in einigen deutschen Territorien, zerbröckeltin eine Anzahl hälbsvuverainer Patrimonialgüter, Commüuen undEantöuli, oder die absolute Monarchie hat, wie in den Rheinbund-staatcn, alle Schranken zertrümmert, alle Autonomien vernichtet,alles öffentliche und private Recht, sich unterworfen. In dem ein-zigen England ist Monarchie und Parlament nebeneinander aufrechtgeblieben, weil sich bei Zeiten die Fendalstände zu repräsentativenentwickelt, und air der Vertretung der Staatsgewalt Antheil gewon-nen haben.

Der innere Grund der Erscheinung ist aber der, daß für dasLeben eines Staates nicht ein bloßes Gleichgewicht, sondern eininneres EinVerständniß seiner Theile erforderlich ist. Ein solches istaber ganz unmöglich, wem: ans der einen Seite der Egoismus derSonderintercssen, auf der andern die Herrschsucht der Staatsgewaltsich rein und scharf entgegengestellt werden. Im einzelnen Falle magdenn wohl hier der Eine, dort der Andere etwas nachgeben, aufdie Dauer muß doch jeder auf das zurückkommen, waö er für seingutes Recht hält, und nach der Verfassung auch dafür halten soll.Das Höchste, was mau erreicht, ist immer nur ein augenblicklichesArrangement; jeder Tag bringt neue Streitpunkte, die stets durchneuen Kamps und unfruchtbaren Vergleich verdeckt werden, bis end-lich eine der Parteien, der ewigen Hindernisse müde, ihre Tendenzmit offner Gewaltsamkeit durchsetzt. Denn niemals kann ein Gleich-gewicht, welches durch den Gegensatz völlig einseitiger Tendenzenerzielt wird, schöpferischer Natur sein und Fortschritte zulassen.Zwei Kräfte, die in diametralem Gegensatze auf einander treffen,