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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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sie suchte für's Erste sich durch ciu gutes Veruchuicu mit dem mäch-tigen Bcamtcnstaatc die Möglichkeit einer fernern Zukunft zu sichern.

Wie sehr dies gelungen ist, bedarf heute keiner besondern Aus-führung mehr. Im Jahre 1837 hatte die preußische Regierungdie Güte, den rheinischen Adel durch das Autonomiestatnt als po-litische Kraft zu organisircn und auszusteuern. Die liberale Oppo-sition protestirte auf der Stelle mit ebenso großem Nachdrucke alsgeringem Erfolge. Unter dein Schutze des Bcamtenstaates kam dieGenossenschaft der Rittcrbürtigcn zn Stande; die Vereinigung bei-der und ihr Gegensatz zn den Liberalen schien für lange Zeitenfestgestellt. Indeß sollte sich die innere Hohlheit dieses Bundesund wo die natürlichen Gefährten der Autonomen zn finden seien,bald genug offenbaren. Noch in demselben Jahre erfolgte der offeneBruch zwischen dem preußischen Staate und der katholischen Kirche.Die Bestrebungen der ultramontancn Partei erhielten ein greifbaresund öffentliches Object, der tiefe Zwiespalt der alten Kirchlichkeitmit dem neuen Staatswesen trat an das Tageslicht. Sofort erho-ben sich auch die Autonomen; ihr kurzes Einverständniß mit derBureaukratie erreichte ein glänzendes Ende. Ihre innere Gleichheitmit den Ultramontancn wurde äußerlich bethätigt, und der heutigeBestand der Partei festgestellt.

Was uns hier bei dem Ereignisse zunächst interessirt, ist nichtdie Frage, wie nach dem positiven Staats- und Kirchenrechte dasUrtheil über Minister oder Erzbischöfe hätte ausfallen müssen. Unssind die Folgen wichtiger, welche das Eril des Hrn. von Drostcfür die Partcistellnng im Rhcinlande hatte.

Bis dahin hatte sich die größte Mehrheit der Bevölkerungrein in den Gesinnungen des liberalen Cvnstitutionalismus bewegt.Die Eindrücke der französischen Herrschaft, durch das bürgerlicheGesetz und das Gerichtsverfahren firirt, durch den Widerstand gegendie Kamptz'schcn Angrisse darauf stets neu b'clebt, wirkte» unauf-hörlich fort. Hatte die Bureaukratie sich Adel uud Kirche, etwaim Sinne des Hallcr'schcn Systems, nahe treten lassen, so wußteman im Volke nicht anders, als daß Haller die Lehre liefere, nachwelcher die Praxis der Regierung sich gestalte. Sehr Wenige'machtenes sich fortdauernd klar, daß die preußische Negierung weniger alsirgend eine andere geeignet sei, eine ernstliche und bleibende Ver-bindung mit jener Schule cinzugehn. Bei Vielen lagen die