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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
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und läugnen durch ihre bloße Existenz die Möglichkeit einer herr-schenden Ncchtgläubigkeit, Unsere Wissenschaft und Kunst ist,gelinde gesagt, außcrkirchlich und erfüllt dennoch die Schulenund die Literatur, steht uns schaffend und kräftigend in denStunden der Arbeit nnd belebend und begeisternd bei Muße undGenuß zur Seite. Niemand ist geneigt, eine Auctvrität aufirgend einem Felde anzuerkennen, ehe er sich ihren Werth nnd ihrRecht mit freier That des Geistes erwiesen hat. Nnd dies Allesbewegt nnd durchwächst unseren Wclttheil seit Jahrhunderten nndhat sich aufgemacht nach Osten nnd Westen, um den Erdkreis sei-ner Macht zu unterwerfen. Von diesen Gewalten aufgenommen,ihnen sich anbequemend nnd folgend hat, freilich nicht die Kirche,wohl aber das Christenthum, von zehnfach größern LandesgebietenBesitz ergriffen, als es in dem Jahrtausend des MittclaltcrS ge-schehen ist.

Man sieht also, was Alles ein conseqncnter Ultramontanehinter sich werfen müßte, wenn er die von seiner Partei gepredigtenGrundsätze in allen ihren Anwendungen bekennen nnd verwirklichenwollte. Er hätte die Schöpfungen von zwölf Generationen zu zer-trümmern nnd die gesammte Welt der Gegenwart umzukehren.Er müßte unsere StaatSformen entweder aus dem 14. Jahrhun-dert wieder hervorholen oder doch nach deren Muster ans dem Kopfeneue erfinden; jenes hätte seine praktischen, dies außerdem seinetheoretischen Schwierigkeiten. Er müßte unsre Litteratur nnd Kunstpcrhorrcscircn, aber so leicht es ist, Goethe einen Heiden, Lcssing'sNathan gottlos nnd Niebnhr oder Humboldt widerchristlich zu nen-nen, so unverletzlich steht doch ihre ästhetische nnd wissenschaftlicheTrefflichkeit; doppelt schlimm also für eine Kirche, wenn cS ihrunmöglich wäre, sich mit dem Schönen zu verbinden oder mit demWahren zu befreunden. Der Ultramontanc endlich müßte überalldas Princip der Auctvrität jeder subjcctiv freien Bewegung ent-gegen halten; was ist über das Verhältniß dieser Forderung zu derheutigen Welt noch viel zu sagen, wenn wir uns erinnern, daßniemand ungestümer als eben diese Partei in den letzten Jahrennach Prcßfrcihcit gerufen hat.

Aber so ist es auf diesen Gebieten sämmtlich beschaffen. Die Machtder Gegenwart dringt auch bei dem besten mittelalterlichen Willenzn stark durch alle Poren, als daß nicht die Thaten der Partei die