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Die politischen Parteien der Rheinprovinz : in ihrem Verhältniß zur preußischen Verfassung
Entstehung
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so gewinnt die Betrachtung derselben an einzelnen Punkten sogleicheine allgemeinere Bedeutung, vollends wenn die streitenden Grup-pen einmal so rund und ausrichtig auö dem Herzen heraus reden,wie cS 1845 in Koblenz geschehen ist. Hier haben Feudale undLiberale den Kern ihres Wesens zu Tage gestellt, ohne sich dieeinen mit monarchischem, die andern mit revolutionärem Putz zubehängen: eine Erscheinung, die besonders in unserem Vaterlandeselten genug vorkommt und für die politische Charakteristik unsererGegenwart überhaupt lehrreich sein kann.

Am umfassendsten gilt dies in Bezug ans die feudale Partei.Sie ist heutigen Tags eine e.rtrematische, sie bildet, wie jedermannweiß, die äußerste Rechte. Zinn sind aber ihrer Natur nach alleertrcmen Parteien, gleichviel welcher Richtung sie folgen, in ihrenBestandtheilen gleichförmiger und monotoner als die mittleren undgemäßigten. Die Republikaner in Frankreich sind ihren deutschenSinnesverwandten bei Weitem ähnlicher, als die konstitutionellenin Sachsen den gleich gestimmten Badcnsern. Dasselbe ist beiJesuiten oder Atheisten im Gegensatze zu den zwischen ihnen lie-genden religiösen Fraktionen zu beobachten, und nicht anders ver-hält es sich bei den rheinischen Parteien. Die Ultramontanen habendie charakteristische Seite in ihrer Uebereinstimmung mit den Glcich-strcbenden anderer Länder, die konstitutionellen in der Eigenthüm-lichkeit, die sie von denselben unterscheidet.

Die kirchliche Bewegung, die jetzt Deutschland mehr als eineandere erfüllt, geht wie alles Bedeutende unserer Verhältnisse aufdie französische Revolution und die Befreiungskriege zurück. DieRevolution hatte die bestehenden Kirchen angegriffen, wie die Kö-nige und die Selbstständigkeit der Nationen; als sich der Wider-stand erhob, suchte er überall seine Kraft in religiöser Begeiste-rung zu stählen. Der Papst hatte nicht das Wenigste gelitten,nicht die geringste Kampfeschre gecrndtct. Katholische und akatholi-sche Mächte wetteiferten, ihn wieder einzusetzen, von allen Seitenerkannte man der Religion und Kirche nochmals eine bedeutendeStellung im politischen Europa zu.

Einzelne, durch den Hinblick auf mittelalterliche Kirchenhcrr-lichkcit und moderne Kirchcnberaubung befeuert, richteten ihre Blickesehr bald ans Weiteres. Der Papst hatte geklagt, man habe, wäh-rend die Kirche sonst die Güter der Ketzer confiscirte, jetzt die Lande