Druckschrift 
Herwarthisches
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

103

Weß ist das Schild? Wer kann uns Kunde gebenVan dieses Wappens deutungsvallem Bild?Sa plätzlich regt sich rings geheimes setzen.

Ein lichter Glanz verklärt das Silberschild —

Fast will ein Graun der Sinne sich bemeistern -Gestalten tauchen ans, sie wehn und webenUnd wie die bleichen Schatten ziehn und schwebenIst wundersam das Auge nur erschlaffen,

Erkenntnis? überströmt der Seele Tiefen.

Das ist die graue Sage mit den GeisternAll' der Jahrhunderte, die laugst verflossen;

Sie sind erwacht, die meine Wunsche riefen.

„Dritt her," sa flüstert eine der Gestalten,Unnahbar, formlos durch des Schleiers FaltenScheint sie in Nebeldust fast zu zerrinnen —Der weiten Halle Mauer ist gespalten.

Hinaus in blaue Fernen schweift der Blick —„Schau", tönt es, „also schwankt der Welt Geschick!Siehst Du das wilde Kampfgetümmel dorten.Der stolzen Römer herrliche Cohorten?

Siehst Du das Beil der Fasces droheud blinken.

Dein Adlerfluge die Barbaren sinken?

Schau dort den hochgewachs'nen deutschen Krieger!Der Römerfeldherr krönt den mächtgen Sieger,Des „Heeres Wart" nennt er den tapfern Mann,Als redend Wappenbild verleiht er dannMinerva's Vögel ihm für alle Zeit,

Symbol der Weisheit und der Wachsamkeit.So, deutschem Ritterstamme, rein und echt.

Entsproß der Herwarth rühmliches Geschlecht."

„Was hüllest Du des edlen Namens Feier,

Uralte Sage in den Nebelschleier,

Der ungewissen Scheines wogt und wallt.

Und mag nicht eine n festen Blick gestattenSo spricht mit ernstem Don ein andres Wesen;Hinschwebt die Sage in der Säulen Schatten,