von Herwarth.*)
fEvangelisch. — Preußen, Rußland. -— In den ProvinzenSchlesmig-Holsteüt und Posen, sowie im Großherzogtum Badenaugescsscu. — Schwäbischer Uradel (Augsburger Patrieier-geschleeht); Wappen- u. Reichsritterstandsbestätigungeir: 18. April1459 nnd 22. Okt. 1548.)
Wappen: Zn Silber eine rote, golden dewehrte Eule. — Kleinod:auf viereckigem, silberuen Kissen mit rothen Eckguasten die Eulewie im Schilde. — Decken: roth-sildern.
Unter den alt- und schöffenbarfreien, lehens- und siegel-fähigen, ritterdttrtigen Geschlechtern Augsburgs erscheinen dieHcrwarth (Herwart, Herwort, Herbort) im 12. Jahrhundert; siegehören dem Gcschlcchtcradcl dieser freien Reichsstadt bis zumBeginn des 19. Jahrhunderts an und saßen auch vorübergehendim Patriziate von Ulm, Eßlingen und Rothenburg a. T. In dengenannten Städten bekleideten sie die ersten Würden, sie hattenbeispielsweise die höchste städtische Gewalt in Augsburg vierzehn-mal in der Zeit von 1290—1868 inne, in welch' letzterem Jahrunter dem Stadtpfleger Heinrich Herwarth die Alleinherrschaft derGeschlechter durch einen Aufstand der emporstrebenden Zünfte ge-stürzt wurde.
Im 14. Jahrhundert bereits zahlreich und ausgebreitet,theilte sich die Familie später in mehrere Linien, welche in JakobHcrwarth (P 1440), ihren gemeinschaftlichen Stammvater verehren.Bon seinen Söhnen, Jakob, Lukas und Heinrich, begleiteten diebeiden Letzteren Friedrich III. zur Königskrönung nach Aachen,sowie zur Kaiserkrönung nach Rom. Jakob stiftete die Linie zuGlött, welche 1615 mit Erasmus in Oesterreich endete.
Lukas ist der Ahnherr der Hcrwarth von Bitteufcld. SeinEnkel Mathias erwarb 1574 das Schloß Bitteufcld mit Perti-nenzien (im jetzigen württcmb. O. A. Waiblingen) und wurde
B Bearbeitet für das Jahrbuch des deutschen Adels IV. Band.