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Herwarthisches
Entstehung
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schaft des jungen Haeften bemerkt hatte, seine Freundschaft suchte.Dem überlegenen Geiste fiel es nicht schwer, sein Vertrauen zugewinnen und schließlich die, Humboldts eigenem Alter nicht ent-sprechende Stellung eines väterlichen Freundes und Rathgeberseinzunehmen. Eines Tages überraschte Haeften den Bruder mitder Eröffnung, er habe der Gräfin W. die Ehe versprochen, nach-dem er zu ihr in intime Beziehung getreten, die nicht ohneFolgen geblieben sei. Vergeblich rief er die Hülfe seiner Elternan, die nicht im Stande waren, die Mittel für die Eheschließungzu gewähren. Da trat Humboldt, als uneigennütziger Freund, indie Schranken. Er war soeben durch den Tod seiner Mutter inden Besitz reicher Mittel gelangt und erklärte sich großmüthig be-reit, die nöthige Summe zu geben. Die Heirath fand statt, aberdie gesellschaftliche Stellung des Paares wurde durch die früh-zeitige Geburt eines Knaben compromittirt. Von neuem erschienHumboldt, diesmal als Rathgeber, auf dem Plan. Er überreichtedem jungen Ehemann ein Memoir folgenden Inhalts. Es gäbegewisse Dinge, die sich besser zur schriftlichen, als mündlichenAuseinandersetzung eigneten, weil durch die Erstcre die ruhigeErörterung befördert würde. Unter Berufimg auf seine väterlicheFreundschaft stellt er Haeften vor, wie seine militärische Laufbahnihm keine Aussichten böte, und räth ihm, den Abschied zu nehmenund jetzt, wo er noch jung und empfänglich sei, die Zeit seinerweiteren Ausbildung zu benutzen. Dazu sei nichts geeigneter,als Reisen, der Aufenthalt in fremden Ländern, die neue An-schauungen und Anregungen gewährten, das Land, welches sichdurch seine herrliche Ratur, sein Klima und die Fülle seiner Kunst-schütze, wie seiner geschichtlichen Erinnerungen vorzugsweise zueiner Reise in jenem Sinne eigne, sei Italien. Längere Auf-enthalte sollen in Venedig, Florenz und Neapel u. s. w. genommen,der Winter in Rom, wo man Anschluß an die Familie seinesBruders Wilhelm finden würde, verbracht werden, im Ganzen derAufenthalt in jenem Lande t ^ Jahre dauern. Mit der Aus-beute, die diese Reise für Geist und Gemüth getragen, schlägtHumbold schließlich vor, sich nach der Schweiz zu wenden, um sichdort, am Vierwaldstätter See, fern von dem Getriebe der Welt,Angesichts einer schönen und erhabenen Natur, zu dauerndemAufenthalt gemeinschaftlich nieder zu lassen.