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Chronik der Familie Langewiesche
Entstehung
Seite
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seinem vier Stock hohen Giebel und dem, bis anfs untersteGelaß an beiden Seiten herabhangenden Strohdach in Flam-men aufging, Vieh und Mobiliar wurde nach unserem Hofehinübergeschafft, weil uns günstiger Wind das Feuer vonunseren Gebäulichkeiten fernhielt. Nachdem das beweglicheGut also in Sicherheit gebracht, saß Herr Thüngcn mitseiner Frau und seinen Kindern in der nach dein brennendenHause zu gelegeneu Eckstube unseres Hauses, und Alle sahenin Nuhc und Ergebenheit dem sich vollziehenden Geschick ihresUrväterhauses zu. Mit cinemmale sprang Vater Thüngcnvon seinem Stuhle jäh empor, fuhr mit den Händen nachseinem Kopfe und rief mit markerschütternder Stimme: „DeAhnen, dc Ahnen! Kein Mensch hiärt an de Ahnen gedacht,nn eck unglücklike Mann ok nich!" Und somit wollte er hin-ausstürzen. Aber seine, von minder hohem Standesgcfühlund Pietät für die Ahnen beseelte, treue Gattin umklammerteihn mit beiden Armen und rief in Jammertönen: „Gnord-fricd, eck bidde Di, Guordfried, störte Di nich in Liärwcns-gcfohr üm dä olle Schillerigen, vih hett doch alles herntergekrirgen, de beste Gerchden un de silwernc Lirpels, de Kcihun de Kinncr un et dröge Flecsch un et Speck un de Schen-ken!" Aber er erwies sich idealer! Sich losringend, riefer: „Gustc, doavon verstehste nix, wat lirt mi am drögeFleesch un dc Schenken geliärgen, wann de Ahnen verbriärnt!"Und fort ivar er. „Son unverstänniger Alaun", jammerteFrau Guste, „wat lirt nu an dä olle Biller geliärgen?" —„Ja", ließ sich eine auch zugegcne Frau, eine Sächsin, ver-nehmen, „was spricht er denn von Ohncn? Hot ihm wasgeahnt? was meint Ihr Alaun denn domit?" — „Ach", er-läuterte Frau Thüngen, „hä ineint de olle Vörgcsiärtenen,dä hew vih alle in Afbillnnge, an dä hiärt nttmmes gedacht,dc Wuorm es vk alle lange drin." — Da trat der Rettungs-beflissene wieder ein: „Guort si Dank!" damit warf er sich