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Unsere Hauschronik : Geschichte der Familie Hase in vier Jahrhunderten
Entstehung
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Einleitung.

Es ist auch eine Gottesgabe, einer Familie anzugehören und ihre Geschlechter zu übersehen, die seit dreiJahrhunderten in ihrer bürgerlichen Einfachheit sich ehrlichdurchgeholfen hat.

he und Blutsverwandtschaft, Gatten, Litern- und Rindesliebe, kein Band vereinigtMenschen fester, Wie ein Volk, so ist auch die Familie die irdische Form der Unsterb-lichkeit. Die Lltern suhlen es sicher und fest, daß sie in ihren Rindern fortleben, daßdiese Fleisch von ihrem Fleisch und Bein von ihrem Bein sind. Körperliche und geistigeÄhnlichkeit machen sie dessen sicher.

Wie ein Volk ohne Geschichtsnberliefernng, so verzichtet auch eine Familie ansdas Gefühl der Unvergänglichkeit, der Unsterblichkeit, wenn sie sich nicht der Vätererinnert.

Daß dies Gefühl nicht von Jedem klar und tief empfunden wird, läßt sich nicht be-streiten, aber wer ein erstes Rind in überströmendem Glück zärtlich an sein herz gedrückthat, wird für sich und sein Rind gewiß, daß sie beide eins sind und daß, wie ihm seinRind am Herzen liegt, so auch ihn seine Litern einst begrüßt und gesegnet haben.

Line unübersehbare Reihe thnt sich vor seinen Augen auf, derer, von denen er ab-stammt und sein Herz wird sich auch denen anfthnn, die er nicht selbst gekannt hat, dieaber unter einander und mit ihm so fest zusammenhängen wie er mit seinen Rindern.

Das ist die Berechtigung einer Familiengeschichte, meist die einzige, wenn es sichnicht um eine ganz besonders wichtige und mächtige Familie handelt. Aber für denLinzclncn ist die Familiengeschichte so wichtig etwa wie die Geschichte seines Volkes, dasja ans seiner und der anderen Stammgenossen Familien besteht. Lin ganzes Volk, eineHerrscherfamilie mag große Thaten verrichten, die anderen Familien haben damit fürgewöhnlich weiter nichts zu thnn, als in großen oder schweren Zeiten die Söhne in dieReihe zu stellen und sonst nur zu verzeichnen, wie sie gelebt, gedacht und gefühlt haben.Fließen die Überlieferungen reichlich, so kann ein solches Bild noch nach langer Zeitgezeichnet werden, versiegen sie, so schweigen die Namen derer, die eine Familiengeschichteso gern den Nachkommen lebendig überlieferte.

Lin jedes Menschenkind, alt oder jung, liebt seine Litern und denkt ihrer bis zumTode in dankbarer Verehrung; mancher erinnert sich wohl auch gelegentlich gern derGroßeltern, wenn deren untergehende Sonne seinen jungen Lebensweg freundlich beschienenhat; aber über die Großeltern hinaus erstreckt sich nicht eben oft der Lnkel verehrnngs-voller Dank oder überhaupt die Kenntnis vom Lebcnsgange der vorfahren. Und dochgeht der Segen eines gesunden Leibes, einer frischen Lebensauffassung und einer tüchtigenLebensführung vom Vater nicht nur ans den Sohn über, sondern auch ans Lnkel undUrenkel; er bleibt bei liebevoller Pflege guter, alter Überlieferungen das werthvollsteLigcnthnm eines ganzen Geschlechtes ans manches Menschenalter hinaus.