Johann Kaspar. 1780—1782.
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furt und seinem Hause entführte, wo er ein behagliches Zu-sammenleben mit ihm, der zu den höchsten Stufen im Regi-ment seiner Vaterstadt berufen sei, als Glück seines Altersund Lohn seiner unausgesetzten Bemühungen um ihn erwartethatte. Aber Wolfgaug sollte der Welt angehören, kein großerFrankfurter Jurist und Schultheiß werden, sondern als einerder größten Dichter aller Zeiten dem Geschlechte Goethe denstrahlendsten Glanz verleihen. Und dazu hatte der Vater durchseine Führung, die ihm die nötige Freiheit gestattete, das Seinebeigetragen; denn ein wirklicher Brnch mit diesem hätte desDichters freie Entwickelung wesentlich geschädigt, die nur ohnegewaltige äußere Kämpfe gedeihen konnte, wie sie Schiller nichterspart wurden. Danken wir deshalb auch dem Rate Goethe,der ein tüchtiger, selbstbewußter, treu strebender deutscher Mannwar, wenn er auch nicht die Geschmiegigkeit seines Vaters be-saß; sein Ernst, seine Würde, seine Ausdauer und Rechtlich-keit finden wir im Sohne wieder, gegen den er trotz des ihmeigenen starren Bestehens auf seinem Willen sich so nachgiebigerwies, daß er dem freien Drange der Natur nicht hemmendentgegentrat, obgleich er selbst darunter litt. Auch der Sohnbedauerte es, daß der Kummer, den er dem Vater durch seinBleiben in Weimar bereitet, das Glück seines Alters zerstörteund ihn die reifen Früchte seiner liebevollen Leitung nicht ge-nießen ließ, was seiner Gattin, die ihn noch sechsundzwanzigJahre überlebte, in so herrlicher Weise wie wenigen Mütternbeschieden war. Lavater bezeichnete den Rat Goethe, als ersein „ziemlich ähnliches Bild in den ,Physiognomischen Frag-menteiw brachte, als einen vortrefflichen, geschickreichen, alleswohl ordnenden, bedächtlich und klug anstellenden, aber aufkeinen Funken dichterischen Genies Anspruch machenden Vaterdes großen Mannes". Möge sein Andenken in Ehren bleiben!