Druckschrift 
Goethes Stammbäume
Entstehung
Seite
144
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144 II, DaS Geschlecht des Dichters Goethe,

Abdrücke seines „Briefes des Pastors" und nahm die Hand-schrift des „Briefes eines Landgeistlichen" zum Drucke mit; denner besaß eine kleine Druckerei im Dorfe Arheilgen. Wichtigerwar es, daß er ihn damals bestimmte, endlich die längst beab-sichtigte Umarbeitung des Entwurfes zum „Götz" vorzunehmenund sich über den Druck desselben mit ihm verabredete. Daß nunder Advokat gar von aller Gesellschaft, selbst zu Fastnacht, sichzurückzog und den „Götz" umdichtete, schien dem Vater Wahn-sinn, aber auch jetzt schlug er keinen Lärm. Und gleich nachder Vollendung des „Götz" wurde Wolfgang tief bewegt durchdie endlich erfolgte Heirat Lottens, Herders Abfall von ihmund Merck und die drohende lange Abwesenheit dieses seinesbesten Freundes, der die Landgräfin nach Berlin und wohlweiter begleitete. Der Rat bemerkte dessen Beklommenheit, dieihn auch bei Tische, wo er gerne Unterhaltung hatte, seine ge-wohnte Munterkeit vermissen ließ. Es ist eine ganz unrichtigeAnsicht, die man nach Falk sich gebildet, daß der Vater vondem dichterischen Schaffen seines Sohnes nichts gewußt, ersah diesen deutlich vor sich, wie er seine Zeit, statt auf seinFach und Geschäft zu verwenden, an wildfremde Dinge ver-geudete. Es heißt nichts, wenn Falk sagt: „Junge Autor-manuskripte wurden in angebliche Akten und manche kleineEinladung zu einem unschuldigen Gartenpickuick mit jungenlustigen Leuten seines Schlages, wenn der Vater danach fragte,svon der Mutterj in ein Handbillet von dem oder jenemKlienten verwandelt." Der Vater sah es mit eigenen Augen,wie Wolfgang sich mehrere Wochen ganz zurückzog, um den„Götz" zu entwerfen, dann um ihn umzuarbeiten, wie SeidelAbschriften davon in seiner Wohnstnbe machte; er erlebte es,daß Wolfgang wochenlang in Darmstadt hängen blieb undseine Advokatur Advokatur sein ließ, ihm konnte so vielesandere, was wir angeführt haben und noch erwähnen werden,