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Goethes Stammbäume
Entstehung
Seite
135
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Johann Kaspar. 1761. 1762.

Tochter des Spezereihändlers Otto. Eine Hausuhr, die aufdem Zifferblatt seinen Namen nennt, findet sich jetzt imFrankfurter Goethehause.

Am Anfange des Jahres 1762 sah der Rat Goethe mitgroßer Behaglichkeit dem Frieden entgegen, besonders nach demam 16. März zwischen Preußen und Rußland geschlossenenWaffenstillstand, und schon dachte er in seiner Lust an häus-lichen Festen, wie er das ersehnte Friedensfest würdig feiern solle.Für seine Gattin bestimmte er eine kostbare, mit Diamantengeschmückte goldene Dose. Frühzeitig ließ er diese in Hanauverfertigen, und er übergab sie einem Frankfurter Goldschmied,der sie mit Diamanten besetzen sollte. Aber der Künstler zeigtesich so saumselig, daß Wolfgang ihn häufig mahnen mußte.Von Seekatz ließ er ein Familienbild machen, das schon am24. September bezahlt wurde, vielleicht schon an WolfgangsGeburtstage fertig war. Dieser selbst erfreute den Vater andiesem Tage mit einem Ouartanten eigener Arbeit, der außereiner Anzahl kleiner Gedichte ein nach der Weise v. Mosersverfaßtes prosaisches episches Gedicht über die biblische Ge-schichte Josephs enthielt. Das war die erste größere Arbeit,die Wolfgang vollendete. Das große Gedicht erfreute denVater um so mehr, als er streng bis zur Starrheit denGrundsatz befolgt wissen wollte, nichts Angefangenes unvoll-endet zu lassen. Höchst beglückt, forderte er den Sohn auf,ihm in jedem Jahre einen solchen Band an seinem Geburtstagezu schenken: er ahnte nicht, wie er dadurch seinen dichterischenDrang belebte; denn nicht einen großen Dichter, sondern einentüchtigen Juristen dachte er aus Wolfgang zu machen. Vielleichtnahm er schon damals den kleinen juristischen Katechismus vonHoppe mit ihm durch, den er selbst einst unter Senckeuberg aus-wendig gelernt hatte. Wolfgang suchte sich daneben die mannig-fachsten Kenntnisse, besonders in alter und neuer Litteratur