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Goethes Stammbäume
Entstehung
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II. Das Geschlecht des Dichters Goethe.

gründen, erst eine geeignetere Zeit und wirkliche Neigung ab-warten wollte. Sein Halbbruder wurde am 8. Mai 1747zum Mitglied des Rats dritter Bank gewählt, wodurch gesetz-lich seine eigene Wahl in den Rat ausgeschlossen war, auf dieer freilich auch dadurch schon verzichtet hatte, daß er nicht insBürgerrecht eingetreten war. Im Oktober ward der Zinn-gießermeister auf Empfehlung des Schöffen Erasmus Sencken-berg, der ihn als einen sittsamen und geduldigen Mann be-zeichnete, Wechsler bei der Münzdeputatiou. Erst der Präli-minarfriede zwischen England und Holland vom 3V. April 1748scheint dem kaiserlichen Rat den Mut gegeben zu haben, aneine Heirat zu denken, von der er eine zahlreiche, seinen Namenverewigende Nachkommenschaft erwartete. Die älteste Tochterdes am 1l>. August 1747 zum Stadt- und Gerichtsschultheißenerwählten Schössen Textor, Katharina Elisabeth, hatte am19. Februar ihr siebzehntes Jahr vollendet. Der Vater warein bürgerlicher Mann, der viele Kinder hatte und als bürger-freundlich bekannt war. Obgleich Kaspar schon im achtund-dreißigsten Jahre stand, befürchtete er keine Ablehnung, wenner dem noch kindhaften Mädchen die Hand bot, da er denRuf eines wohlgesesseuen, sittlichen Mannes genoß. Der An-trag war dem für die Zukunft seiner nicht mit Reichtümerngesegneten Töchter besorgten Textor erwünscht. Der Unter-schied der Jahre schien diesem kein Hindernis, da ihm, der einnoch jüngeres Mädchen heimgeführt hatte, eine ganz glücklicheEhe beschieden war. Und die Verbindung des jungen Mäd-chens mit dem kaiserlichen Rate gelang so gut, wie sie gelingenkonnte bei einem Manne, der, wenn auch trocken und nüch-tern, doch zartem Gefühle nicht fremd war und, da er keinenbestimmten amtlichen oder geistigen Lebenszweck hatte, die ganzeKraft seines festen Wollens und seinen lehrhaften Geist aufdas Glück seines Familienkreises beschränkte. Die Hochzeit