112 II, Das Geschlecht des Dichters Goethe,
Prüfung bestanden hatte, konnte er sich nicht in die Matrikelder Praktikanten eintragen, wie es fünfnnddreißig Jahre spätersein Sohn als Licentiat und Advokat that. Am l, August1737 stand Kaspar als Pate beim jüngsten Sohne seinesHalbbruders, Ob er auch nach der Rückkunft von Wetzlarsich praktisch beschäftigte, wissen wir nichts besonders wird ihndie Abfassung seiner Doktordissertation beschäftigt haben; dennin Gießen wollte er nicht, wie so viele, selbst Senckenberg, alsLicentiat, sondern gleich als Doktor promovieren. Seine Ab-handlung, die sich auf das Erbrecht beziehen sollte (der Titellautete: „Rlsot-n äs nckibious lrsrsclitntis sx furopnbrio st Rom uns") wollte er mit gründlichstem Fleißeausführen, und es gelang ihm eine tüchtige, umfangreiche Arbeitzu liefern. Im Jahre 1738 kam ein Sohn des Hufschmieds inMansfeld, der am 19. Juli 1718 geborene Christoph JustusGoethe, im dritten Jahre seiner Wanderschaft als Schuster-geselle nach Frankfurt, wo er zu bleiben gedachte. Er wirdsich seinen Verwandten, dem Zinngießermcister, der Gattinseines Oheims und ihrem Sohne Kaspar vorgestellt haben.Letzterer scheint sich im Sommer nach Gießen begeben zu haben,wohin vor kurzem sein Freund Senckenberg als Regiernngsratund ordentlicher Professor der Rechte berufen worden war.Dort studierten damals auch Senckenbergs jüngerer BruderErasmus, der spätere berüchtigte Frankfurter Schöffe, undJnstinian v. Günsterode vom hochadeligen Hause Alten-Limpurgin Frankfurt. Auf dem Titel der Abhandlung ist als Tag,an welchem er vso suvnuts die Abhandlung verteidigen werde,gedruckt O. Ost. NOXXXVIII: der Tag sollte noch ausgefülltwerden. Doch die Promotion wurde, wir wissen nicht wodurch,etwa wegen Erkrankung, verschoben. Senckenbergs beigefügterWidmungsbrief ist vom 15. Dezember; erst drei Tage späterwurde Kaspar als Iuris utriusipus vootornnäus immatriku-