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Goethes Stammbäume
Entstehung
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105
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Friedrich Georg. Wirtschaft und Handel. Hochzeit des Sohnes, i 95

dem drei Jahre älteren, der erst im dreiundzwanzigsten Jahrestarb, hören wir nichts, so daß wir vermuten müssen, er seizu jedem Beruf untauglich gewesen. Der älteste lebte in lei-digem Blödsinn. Bon den Söhnen zweiter Ehe blieb derjüngere der Liebling der Eltern. Hermann Jakob ward, nach-dem er, wie es in des Vaters letztem Willen heißt, „viel Müheund Unkosten mit seinem Werkzeug gehabt", am 18. Mai 1722Meister, am 19. Frankfurter Bürger. Am Nachmittag des28. um halb drei Uhr verlobte er sich mit der noch nicht acht-zehnjährigen Tochter, Susanne Elisabeth, des SchneidermeistersHoppe auf der Friedbergergasse, deren zänkischer Charakter ihmund der Familie viel Not machen sollte. Schon am 22. Juniwurde die Trauung morgens in der Barfüßerkirche durch denPfarrer Schild vollzogen. Von der Hochzeitfeier berichtet erselbst in seiner Hausbibel (wir geben den Bericht in heutigerSchreibweise): „Die Mahlzeit ist bei meinem Vater FriedrichGöthe, Gasthalter im Weidenhof, nachmittags um vier Uhrgehalten worden, ganz still und ohne Musikanten, und hatgedauert bis abends um zehn Uhr, da wir alle schon zuhausewaren. Der geladenen Gäste waren vierzig Personen, die dakommen sind. Den andern Tag sind wir alle sämtlich wiederin einem grünen (mit Laub geschmückte») Schiff den Mainhinunter aus den Goldstein gefahren, da wir das Überbliebenemit gutem Frieden verzehret und Musikanten alldort gehabtund getanzet, worzu noch von meinen ledigen Kameraden bei sechsKutschen voll baar Weiß ungebeten gefahren kommen, und insfolgend lustig machen helfen. Abends sind wir alle miteinanderin Kutschen wieder hintereinander herein und nacher Hause ge-gefahren. So hatte das Hochzeitfest ein Ende." Erst am17. August zogen sie in das Haus des Goldarbeiters Schildein der Schnurgasse, an der Ecke des Geistgäßchens, wo sie dashalbe Haus vom untersten Stockwerk an für 150 Gulden ge-