Friedrich Georg, 1694—1697.
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Am glücklichsten gestalteten sich die Verhältnisse des ältestenSohnes, des Frankfurter Schneidermeisters Friedrich, demstrebsamsten und befähigtsten von allen. Freilich war seineNachkommenschaft anfangs wenig gesegnet; von dem drittenSohne, Johann Jakob, der am 9, Dezember 1694 getauftwurde, wissen wir nur, daß er am 6. September 1717 starb,ohne daß wir von einem Gewerbe hören, das er ergriffenhätte, so daß wir fast vermuten müssen, er sei ebenso weniggesund gewesen wie sein älterer Bruder. Des Vaters Schätzungstieg seit 1694, wo sie zuerst 120V Gulden betrug, 1695 auf2000, in den fünf folgenden auf 3600, 4500, 5000, 6200,Diese starke Zunahme des Vermögens dürfte kaum allein aufdem Boden des Handwerks gewonnen sein, auch andere Unter-nehmungen, deren in Frankfurt so viele zu machen waren,möchten dazu beigetragen haben; galt es ja dem Schneider-meister Goethe sein Vermögen auf jede ehrliche Weise zu ver-größern, wie es damals viele Standesgenossen thaten; undan Mut und richtiger Beurteilung der Verhältnisse, auch andem nötigen Glück fehlte es ihm nicht. Sein artiges Benehmengewann ihm vieler Neigung, und auch durch seine musikalischeFertigkeit machte er sich beliebt.
Äußerst merkwürdig ist es, daß der Schneidermeister vondein allgemeinen Gebranch, die Paten der Kinder ans demKreise seiner Verwandten zu wählen, offenbar absichtlich ab-wich: er dachte dadurch Bekannte näher an sich zu schließen,während Verwandte ihm schon durch die Natur angehörten, wieHoraz sagt, die Natur sie uns ohne unsere Mühe giebt. Sowählte er denn nur tüchtige Frankfurter Bürger, Handelsleuteund Handwerker; bei seinen acht Kindern finden wir dreimalHandelsleute (Bartholomäus Backhausen, Hermann JakobFirnhaber, Johann Nicolaus Glüer), einen Leinwandhändler, derfrüher Schuhmacher gewesen (Johann Christoph Lortz bei seinem
Düntzer, Goethes Stammbäume. 7