Die Textor- u, Goethesche Nachkommenschaft, 1818—1823, 79
der Frau Rat geleistete Hilfe übersandte. Wahrscheinlich hattedie Mutter eineu Teil des geliehenen Geldes für ihren Sohngebraucht. Bei der Festfeier von 1819 wurde auch zuerst derGedanke an ein dem Dichter in seiner Vaterstadt zu errichten-des Denkmal angeregt; unter den Teilnehmern und den spä-teren Mitgliedern des Vorstandes befanden sich auch Melberund die so ehrenvoll in dem Reisebericht erwähnten VerwandtenNeuburg und Heß, auch Nenburgs Sohn, Die Ehe von Heßwar unterdessen mit Kindern gesegnet worden, unter denen dernoch lebende, im Jahre 1819 geborene Rechtsanwalt Or. Jo-hann Georg Christian Heß. Am 19. Oktober desselben Jahresstarb die jüngste Schwester der Frau Rat, die Witwe Schulers,Goethe selbst war schon am 9, April 1818 durch die Geburtseines Enkels Walter Wolfgang (Walter war Rufname) er-freut worden, dem am 18. September 1820 ein zweiter, Wolf-gang Maximilian, folgte. In Frankfurt verheiratete sich dieachtzehnjährige verwaiste Tochter des dritten Sohnes des ver-storbenen Schöffen, des Oberstlieutenants Georg Adolf Textor,am 13. November 1820 mit dem zwei Jahre älteren HanauerHandelsmanne Johann David Wunderley; ein 1825 geborenerSohn dieser Ehe starb zu Amsterdam am 4. Oktober 1847.Kam Goethe selbst auch nicht mehr nach Frankfurt, so hatteer doch die Freude, Fritz Schlosser und dessen Gattin imHerbste 1820 längere Zeit in seinem Hause zu besitzen, wodas vieljährige thätige Verhältnis zu den „lieben Verwandten"durch persönliche Gegenwart „sich zu höherem Vertrauen stei-gerte". Leider hatte den trefflichen Melber schon damals dasUnglück getroffen, daß er infolge einer kleinen Verletzung beiEntbindung einer Unreinen sich vergiftete. Zur Bewältigungdes Übels machte er starke Eingriffe in die Natur, die nurzeitweiligen Erfolg hatten und diese immer mehr zerrütteten.Die arme Mutter mußte dies noch erleben; sie starb, fast