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Goethes Stammbäume
Entstehung
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I. Das Geschlecht Textor. 2.

Mutter und Schwester mit dem großfürstlichen Hofe im No-vember 1804 nach Weimar gekommen war. Goethe hatte siebei seinem Singkonzerte lieb gewonnen und nach dem Todeseiner Gattin Augusts Augen auf sie gelenkt. Die Familiehatte zuerst wegen Augusts unehelicher Geburt Bedenken er-hoben. Die Verlobung war nach kurzer Bekanntschaft rascham Abend des letzten Tages des vorigen Jahres erfolgt. Erselbst hatte damals durch den unter seiner Mitwirkung vonMeyer entworfenen AufsatzNeudeutsche religiös-patriotischeKunst" inKunst und Altertum", ja durch einzelne unchrist-liche Äußerungen in dem von echt vaterländischem Sinne ein-gegebenen Reisebericht vom Rhein und Main mit den strengenChristen es so verdorben, daß der feurige Christian Schlossergegen ihn wütete, während sein besonnenerer Bruder in seineralten Verehrung nicht wankte und mit größter Zuvorkommen-heit seine Frankfurter Angelegenheiten treu besorgte. Als dieserim Dezember sein ihm während der vierzig Jahre seiner Ent-fernung von Frankfurt teuer genug gewordenes Bürgerrechtaufkündigte, waren seine Landsleute gegen ihn äußerst erbittert;sonderbar genug fiel es keinem ein, wie sehr sie sich selbst ehrenwürden, wenn sie ihn zu ihrem Ehrenbürger ernennten, wiesie es bei anderen gethan*). Doch ein Kreis von Verehrernwar ihm auch in seiner Vaterstadt geblieben, der sich zu einerwürdigen Feier seines siebzigsten Geburtstages entschloß. Unterdiesen befand sich außer den bekannten Freunden auch I)r. Mel-ker, der den greisen Dichter dadurch erfreut hatte, daß er dieerst nach dem Tode seiner Mutter fälligen 2200 Gulden, dieauf Goethes Anteil gefallen waren, aus eigenen Mitteln mitwarmem Danke für die seiner Mutter zur Zeit der Not von

Der Gegenstand ist neuerdings durch den Frankfurter ArchivarUr. Jung eingehend erörtert worden.