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Goethes Stammbäume
Entstehung
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I, Das Geschlecht Textor. 2.

sie die zuvorkommendste Aufnahme. Alle hatten beide herzlichgern, wie ein schöner Brief von Henriette Schlosser beweist.Diese verlobte sich am 9. April 1809 mit dem KaufmannDavid Hasenclever in Ehringhausen. Nach der am 20. Augustgefeierten Hochzeit folgte ihnen die Mutter, welche in ihrerNähe zu Düsseldorf ihre Wohnung nahm. Der letzte Schwa-ger der Frau Rat, Oberst und Stadtkommandant Schuler,starb am 19. Juli 1810.

Goethe hatte die Betreibung seiner Frankfurter Angelegen-heiten dem so umsichtigen wie rechtsgewandten Neffen FritzSchlosser übergeben. Seine Vermittelung nahm er auch inAnspruch, als er bei Abfassung des ersten Bandes seines Lebensgenauere Nachrichten über Frankfurt und seine Familie zu er-halten wünschte. Daß dieser, kurz nach seiner am 23. Februarerfolgten Vermählung mit Johanna Sophie du Fay in Wienzum katholischen Bekenntnis übertrat, hatte sein Verhältnis zuihm nicht gestört. Unter denjenigen, die sonst Goethe Nach-richten über sein erstes Jugendleben lieferten, nahm die alteTante Melber die erste Stelle ein. Ihre zum Anfang von„Dichtung und Wahrheit" benutzten Berichte über den Vaterund v. Loen giebt die Weimarische Ausgabe. In Erwi-derung von Goethes Dankbrief bat Schlosser diesen, auchseines Tübinger Vetters zu gedenken. Der Herzog von Würt-temberg schlug dessen wiederholtes Gesuch um eine außerordent-liche Professur ab. Goethe erwiderte am 20. Juli: „DesHerrn Professor Textvr in Tübingen werde ich nicht ermangelngehörigen Orts zu gedenken." Aber da Textor sich weder alsSchriftsteller einen Namen gemacht hatte, noch trotz allemFleiße Erfolge als Lehrer aufweisen konnte, durfte er um soweniger ihn dringend empfehlen, als die Klatschsucht die An-stellung eines Vetters von Goethe an der sehr heruntergekom-menen Hochschule Jena leidenschaftlich aufgegriffen haben würde.