Die Tcxtor- u, Goethesche Nachkommenschaft. 1793. 1794. Kl
genommen, und sitzt deswegen, gut oder schlimm, in Frankfurtfest." Er hatte die sechzehnjährige Ottilie Fritsch geheiratet.Zehn Tage später starb dessen Mutter, die zweitjüngereSchwester der Frau Rat. Den Tod derselben meldete GoethesMutter am 6. Dezember im Namen des Gatten, des Pfarrers,der im Schreiben nicht sehr geübt sei. Der vierte Sohn desSchöffen, Friedrich Karl Ludwig, hatte schon 1792 als Se-kundaner eine Lokalposse „Der Prorektor" handschriftlich ver-breitet, die einen Unterrichtstag der Frankfurter Sekunda launigdarstellte, und darin den Prorektor Johann Jakob GottliebScherbius, der einst Goethe lateinische Stunden gegeben hatte,nach dem Leben abschilderte. Die Posse ward erst in denzwanziger Jahren nach manchen Auslassungen und Abschwächnngen,die man zur Schonung noch lebender Personen für nötig ge-funden hatte, mit der thatsächlich falschen Jahreszahl 1794gedruckt. Eilte zweite Ausgabe erschien 1839 mit einer Vignetteund einigen Zugaben. Damals hatten längst andere Frank-furter Lokalpossen, besonders von Malß und Gräff, auf derBühne ihr Glück gemacht. Der Possendichter ging wohl 1794vom Gymnasium ab, bei dem Scherbius noch vier Jahre thätigwar. Zu derselben Zeit erhielt in Jena der junge Melkerdie medizinische Doktorwürde nach Verteidigung seiner Abhand-lung: „Da tstzrs putricla sx prinvipiis Lrnoninnis sxpli-entn." Die Erregungstheorie von Brown, die erst vor wenigenJahren in Deutschland bekannt geworden, hatte auch ihn leb-haft angesprochen. Daß er Goethe seine Abhandlung mit-geteilt hätte, der an dem lebhaften Streben seines begabtenjüngsten Vetters herzlichen Anteil hätte nehmen müssen, wirddurch nichts bezeugt. Was diesen abgehalten, sich an den be-rühmten Vetter zu wenden, dessen Mutter seiner eigenen Mutlerso wohl wollte, wissen wir nicht. Melber begnügte sich nichtmit dem erworbenen Titel, der ihn zum Eintritt unter die