Die Textor- u. Goethesche Nachkommenschaft. 1787—1792. 57
ihm Weihnachten 1789 einen Sohn, Jnlins Angust Walther,schenkte; nur den mittleren Namen erhielt er von seinemPaten, dem Herzog Karl Angnst. Kurz vorher, am 3. No-vember, traf die Familie Textor das Unglück, daß des Oheimszweiter Sohn, Johann Kaspar, als Lieutenant bei der Stadt-garnison, sich erschoß; er und sein jüngerer Bruder hattensich dem Stande ihres Oheims Schüler gewidmet. Dagegenergriff der jüngste Melber das Apothekergewerbe, Wohl schonmit der Absicht, sich später der Arzneikunde zu widmen; erging auf drei Jahre in die Hofapotheke zu Darmstadt, diejetzt Johann Heinrich Mercks Better und Schwiegersohn, derpreußische Kammerassessor Johann Anton Merck, besaß, derunter Leitung seines Oheims naturwissenschaftliche Studiengetrieben, auch mit Physik und Chemie sich beschäftigt hatte.Des Schöffen ältester Sohn vollendete in Jena seine juri-stischen Studien. Goethe kam nach seiner Rückkunft aus Italienmehrfach nach Jena; von einer Berührung mit seinem Vetterwissen wir nichts, was sich kaum daraus erklärt, daß er imJahre 1790 mehrere Monate von Weimar abwesend war.Als Johann Wolfgang Textor am 14. September mit seinerAbhandlung: „Os juratn spseikiontions looo iuveutnrii sx-üiditn" in Jena promovierte, befand sich Goethe noch auf derschlesischen Reise, von welcher er erst am 6. Oktober wiederin Jena eintraf. Acht Tage später kam Christiane mit einemtoten Kinde nieder. In Frankfurt wurde vr. Textor unterdie Advokaten aufgenommen. 1791 starb das jüngste Kinddes Schöffen.
Den 22. April 1792 heiratete die jüngste, zwanzigjährige
überreichte ihm eine Bittschrift ihres augenblicklich zu Nürnberg in großerBedrängnis lebenden Bruders. Sie gab sich Goethe hin, nachdem er festversprochen, ihr treu zu bleiben. Und dies Versprechen hat er gehalten,sein Verhältnis zu ihr als natürliche Ehe betrachtet.