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I, Das Geschlecht Textor. 1.
ohne eigene Aufopferung, einen berühmten Namen erkaufenwollte. Ohne Ahnung der Schwierigkeiten einer großen Ver-waltung, wozu er selbst unfähig war, ohne Verständnis fürechte Diensttreue brach er den Stab über Textor und sah ihnim Hohlspiegel seines Hasses. Dieser Haß war dadurch ge-steigert worden, daß Textor ihm zuweilen entgegengetreten war,wie bei dem Vorschlage, Ärzte als solche in den Rat zu wäh-len, was dessen Bestimmung durchaus widersprach und diegleiche Vergünstigung für die Geistlichkeit und die Lehrer derSchulen gefordert hätte, die eben, wie die Ärzte, schon ihreeigenen Vertreter hatten. In seiner Verblendung schrieb erTextor alles Böse zu, und er freute sich, wenn die Gegner,die seine Abneigung gegen den verdienten Mann kannten, ihrloses Geklatsch ihm zutrugen, das er mit wahrer Wollust,auch wohl mit unwillkürlichen Zusätzen in seine Tagebuchblättereintrug. Manches mag auf Erzählungen oder Äußerungenseines vor keiner Lüge zurückschreckenden Bruders Erasmusberuhen, obgleich er dessen Nichtswürdigkeit kannte, ja einzelneVorwürfe gegen Textor gehen nachweislich auf diesen zurück.Die niederträchtigen Schmähungen von Textors Gattin, dieder fromme Mann niederzuschreiben nicht errötete, kenn-zeichnen mehr als alles sein Gemüt. Wie sehr sticht davondie Schilderung von Textors Enkel, dem großen Dichter, ab,dem dessen Feindseligkeit gegen seine Familie nicht unbekanntgeblieben sein kann; er hebt nur sein komisches Äußere hervor,er läßt seinen Verdiensten volle Gerechtigkeit widerfahren.Wahrscheinlich war der ältere Sohn des Schöffen Schlosser,der Rat Fritz Schlosser, hierbei seine Quelle, doch dürfte auchdieser Seuckenbergs Schattenseiten mehr hervorgehoben haben,als es Goethe für seine Darstellung passend schien.
Halten wir uns zunächst an den Vorwurf, Textor, dieBürgermeister und andere Magistratsmitglieder hätten sich zum