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Goethes Stammbäume
Entstehung
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Johann Wolfgang Textor. 1759. 1760. 33

1760, unlängst habe sich der Streit beim Taufschmause be-geben. „Da redeten sie von dieser Materie (dem französischenDruckes, und Textor gab Goethe keine guten Worte. Diesersagte wild: er verfluche das Geld, so Textor, die Stadt denFranzosen zu verraten, genommen habe, wolle nichts davon(nachträglich: ,und verfluche die, so sie hereingelassen fl. Textorwarf ein Messer nach ihm, Goethe zog den Degen. PastorStarck wurde über diese Begebenheit damals aus Schreckenkrank. Pfarrer Claudi (der dreißigjährige Mann war vorkurzem in Frankfurt angekommen und gehörte zu den Frommenj,so dabei war, stiftete Frieden." Darauf folgt eine so schänd-liche Äußerung über die Nnsittlichkeit von Textors Gattin, daßKriegk sich ihre Mitteilung versagt hat. Und wie Sicken-berg es liebt, bei wichtigen Äußerungen sich der lateinischenSprache zu bedienen, folgt der fast mit der Faust auf denTisch schlagende Trumpf: „Vsra est llistarm, und Herrv. Rhost (Senior des Bürgerkollegs, das gegen den Ma-gistrat äußerst erbittert warf hat mir sie mit allen Umständeilerzählt. Die Stadtschultheißin soll sich nachher alle Mühegegeben haben, sovorum und Mnsrum (Schwiegervater undSchwiegersohn) wieder zu vereinigen." Die Quelle der Er-zählung ist demnach ein älterer Gegner des Frankfurter Ma-gistrates, der seine Freude daran hatte, die Sache weitläufigzu erzählen, obgleich er selbst nicht dabei gewesen war, sondernsie von einem andern (es bleibt noch zweifelhaft, ob unmittel-bar vom Pfarrer Claudi) vernommen hatte. Claudi selbstwar dem religiös-freisinnigen Textor wenig gewogen, und es istnicht zu verwundern, wenn er, wie damals so viele, denen diefranzösische Besatzung mit Recht ein Greuel war, das Unglückauf schändlichen Verrat vonseiten der höchsten Stadtvertreterschob. Wie viel Senckenbergs Haß an der parteiisch über-triebenen Erzählnng noch weiter vergröbert hat, läßt sich nicht

Düntzer, Goethes Stammbäume. 3