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Goethes Stammbäume
Entstehung
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I, Das Geschlecht Textor. 1.

Klatsch verbreitet hatte, ohne weiteres an. Er erinnerte sichnicht, daß man gegen ihn selbst, als den Sohn des erstenPhhsikns, einst die viel stärkere, ja unverantwortliche Nachsichtgeübt hatte, ihn ohne Promotion und irgendeine Prüfung alsArzt auftreten zu lassen, und er diese Nachsicht fünf Jahrein Anspruch genommen. Aber Haß und Liebe blenden dieFrommen! Die Verlobung Starcks mit Anna Maria Textorerfolgte wohl schon im Frühjahr 1756, aber die Trauungwurde durch den Tod des alten Starck (die Beerdigung fandam 19. Juli statt) mehrere Monate verschoben; sie erfolgteerst am 2. November; vorher hatte das Brautpaar bei einerzweiten Tochter Melbers, die von ihm die Namen JohannaMaria Jacobea erhielt, Patenstelle vertreten. Bereits im Juli1757 wurde die Frau Stadtschultheiß bei einer Tochter StarcksPatin; diese erhielt von ihr und dem verstorbenen Vater Starcksdie Namen Anna Friderika Margareta. Das Kind starb schonim nächsten Monate, dagegen blieb eine zweite, 1758 geboreneTochter Margareta Katharina Rosina am Leben. Gleichzeitigwurde Melker ein dritter Sohn, Friedrich Christian, geboren,der schon nach drei Jahren verschied. Starck erhielt den Rufals Sonntagsprediger an St. Katharinen. Johann Jost, derSohn des Schultheißen, bezog damals die jetzt schon bedeuten-der gewordene, fast 140 Jahre alte Hochschule zu Altorf, woer am 19. April 1758 als Jurist immatrikuliert wurde.

Leider hatte der Siebenjährige Krieg einen Riß, wie in dieFrankfurter Bürgerschaft, die meist auf Friedrichs Seite stand,auch in Textors Familie gemacht, da der Stadtschultheiß treuam Reiche hielt, wogegen Rat Goethe ein begeisterter Verehrerdes großen Königs war, dessen Siege er mit vollem Jubel be-grüßte. Die andern Schwiegersöhne neigten wenigstens meistauf die Seite des Schultheißen, während die Frauen geteiltwaren. Der Unsegen politischen Streites trat auch hier her-