Johann Wolfgang Tcxtor, 1753—1756.
den seinigen berührte, anfangs für unerträglich gehalten,aber sich später darein gefunden haben. Allein zu einer freund-lichen Familienverbindung konnte es nicht kommen, wogegenHoffmanns nähere Verbindung mit dem kaiserlichen Rat Goethesich erhielt. Im folgenden Jahre starb am 23. April die zweiteGattin von Textors Bruder, dem Oberstwachmeister, KatharinaElisabeth geborene von Klettenberg, im fünfzigsten Jahre.
Ein sehr willkommener Bewerber um die Hand der dritten,nach Goethes Urteil ruhigen, nach dem Berichte von Sencken-berg dagegen feurigen, herrschsüchtigen Tochter fand sich baldin dem Sohne des ehrwürdigen und gelehrten, auch als Rednerbeliebten Predigers und Konsistorialrates Johann FriedrichStarck, des Verfassers des berühmten Hand- und Erbauungs-buches. Senckenberg, der doch selbst einen sehr schönen Zugvon der Freigebigkeit des Konsistorialrates berichtet, wirft esdiesem und Textor vor, daß sie die Ernennung des jungenKandidaten zum Stadtpfarrer betrieben, ohne daß dieser demHerkommen gemäß vorher Dorfpfarrer gewesen war. DieSache ist die, daß der am 30. Juni 1730 geborene Kandidatund Magister der Philosophie Johann Jakob Starck neben derDorfpfarre zu Gutenleuteu (Gutleutenhof) auch als dritterPrediger nach Sachsenhausen berufen wurde, wodurch er Mit-glied des städtischen Predigerkonsistorinms wurde. Die Anstel-lung wurde vom Konsistorium verfügt, welches eine solche Aus-zeichnung mit Freude seinem ehrwürdigen, dem Tode nahenVater als seinem Mitglied erteilte, der einen würdigen Nach-folger in diesem Sohne hinterlassen werde. So schloß dennauch die Grabschrift des bald darauf gestorbenen Starck mitder Bemerkung, er lebe auf Erden nun fort „in Schrift undRuhm und seinem teuern Sohn". Daß Textor hierbei seineHand im Spiele gehabt habe, ist nicht nachweisbar; Sencken-bergs gehässige Feindseligkeit gegen ihn nahm dies, was der