231
kleinere Spiralfeder, befindet sicli auch an den astronomischenPendeluhren, deren Zweck es nur ist, den Gang der Uhrwährend derjenigen Zeit fortzuführen, wenn das Gewichtin der Uhr aufgezogen wird. Huyhens war der Erste, wel-cher ein Pendel bei den stehenden Uhren; bei den Reise-oder Taschen-Uhren aber die Balance als das beste Mittelvorschlug, um einen gleichförmigen Gang der Uhr zu er-zielen.
Durch die Wärme wird sich die Pendelstange ausdeh-nen, oder ihre Länge zunehmen, so dass alsdann die Uhranfangen wird sich zu verspäten. Damit aber die Verände-rungen der Temperatur keine Störungen in den Gange derUhr veranlassen können, so setzt man das Pendel ausStangen von zwei Metallen zusammen, welche sich ver-schieden durch die Wärme ausdehnen. Grösstentheils brauchtman hierzu drei Eisen- und zwei Zinkstangen, die eine sol-che Länge haben, und auf solche Weise mit einander ver-bunden sind, dass die Ausdehnung der Eisenstangen diesogenannte Linse des Pendels, um ebensoviel nach untensenkt, wie die Ausdehnung der Zinkstangen sie wieder in dieHöhe hebt. Solche Vorrichtungen heissen Compensations-Rost-Pendel, und wurden zuerst in England von Harrissonim Jahre 1726 erfunden. Es giebt aber noch andere Artendie Compensation zu bewerkstelligen; wovon eine besondersbemerkenswerfh ist, und darin besteht einen mit Quecksilberangefüllten Glascylinder am Ende einer Eisenstange zu be-festigen; durch die Wärme wird sich alsdann die Stangeausdehnen; zugleich aber auch das Quecksilber im Glascy-linder in die Höhe steigen, und wenn man eine gehörigeMenge Quecksilber eingefüllt hat, so wird das Schwingungs-centruin des Pendels, in constanter Entfernung vom Anhän-gepunkt bleiben; wodurch denn also auch das Pendel, beijeder anderen Temperatur, mit derselbe Geschwindigkeitschwingen wird. Indessen sind die Harrissonschen Compen-