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1 (1879)
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auf scin eigner Lehrmeister gewesen, und obwol er nie eines öffentlichen Unterrichts genossenhatte, so war er doch durch eignen Fleiß und Wißbegierde so weit gekommen, daß er in keinerWissenschaft ein Fremdling war, und in einigen selbst Gelehrten von Profession den Vorzugstreitig machen konte. Seine Bcnrthcilnngcu waren richtig und er wagte selten eine entscheidendeMeinung zu sagen, ohne sie mit überzeugenden Gründen zu unterstützen. Eine vieljährigc Er-fahrung und die Schärfe seiner Einsicht hatten ihn zur Festigkeit in seinen Sätzen gewöhnet, under gcricth nicht selten in den Verdacht des Eigensinnes, wenn man ihn aus andern als diesenQuellen bcurthcilte. Er tadelte zwar nie ohne Grund, noch seltner aber pflegte er zu lobenund er besaß die wahre Eigenschaft cincS Weisen, nicht leicht etwas zu bewundern, oder gerade-hin zu glauben. Oft pflegte er das ganze Gebäude der Verwunderung eines Kurzsichtigen miteinem einzigen Einwurfe nmznstvsseu, und den Leichtgläubigen durch einen entscheidenden Gegen-satz zur Stockung zu bringen; aber so scharf scin Witz, und so passend seine Ncpliqnen waren,so weit waren sie doch von aller Bitterkeit oder Beleidigung entfernet. Nie störctc er den Um-gang durch die prahlende Begierde zu reden, aber seine Freunde unterhielt er gerne mit ernst-haften und aumnthigen Erzählungen, die mit einer solchen Leichtigkeit und Schönheit des Vor-trages begleitet wurden, daß man ihm unermüdct zuhören konnte. Seine Neigung zun, Soldatcn-stande war allezeit mit einer ungemeinen Liebe zu den Wissenschaften verknüpfet gewesen: diealten und die besten unter den ncnern Schriftstellern hatte er mit ausserordentlicher Begierde ge-lesen, und er las noch bis in scin Alter mit gleicher Application. In seinen eignen Büchernpflegte er die Stellen zu unterstreichen oder mit einem Merkmal am Rande zu bezeichnen, welcheihm besonders gefielen und einen kühnen oder erhabenen Gedanken in sich enthielten, und oftfand man, daß er mit einer einzigen geschmackvollen Dnrchlesnng des BnchcS, den ganze Werthdesselben erkannt und erschöpfet hatte. Ausser einer praktischen Gelehrsamkeit in allen KricgS-wisscnschaftcn, hatte er die GeschichtSknnde mit ihren Hülfswissenschaftcn vollkommen inne. Seinunvergleichliches Gcdüchtniß leistete ihm dabcy die vorthcilhaftcsten Dienste: in der alten undncnern Geschichte fchlcte er nicht leicht in der richtigen Angabc der Zeit oder der Namen, under wnste die kleinen erläuternden Anecdotcu, welcbe oft auch dem slcissigsten Leser zu entwischenpflegen. Hiezu kam seine Kcnntuiß in der schönen Litteratnr, worin er sich zwar niemals starkdünkte, aber doch in flüchtigen Bemerkungen öftere Beweise von seinem Geschmack und seinergrossen Bcleseuhcit ablegte. Ausser der deutschen und französischen Sprache die er fast am liebstenredete, sprach er italienisch, schwedisch und russisch, verstand auch die lateinische und englischeSprache. Als ein wahrhafter Gelehrter besaß er eine auserlesene Bibliothcck: er pflegte eineBüchcrsammlnng sehr zu bedauern, die er durch einen nuglücktichcn Zufall verlohrcn hatte, alleiner hatte den Verlust derselben reichlich ersetzet. Im Jahr 177l ließ er ein Verzeichnis; von seinenBüchern, welche vorzüglich in die Kriegswisscnschaften einschlugen, unter den, Titel lZililivtüöqnemitilgiro öffentlich drucken, und bestimmte dieselben zum nngetreunten Besitz eines Mäcens oderFreundes der Musen; eine Grosse Monarchinund Beschützerin der Wissenschaften unsererZeit hat diese Bibliothcck auch kurz vor seinem Ableben für eine ansehnliche Summe Geldesan sich gckansct. Ein anderes Verzeichnis; von überflüssigen und zum Thcil doppelt besessenenBüchern ließ er zum Druck befördern, damit sie durch öffentlichen Verkauf vereinzelt würden,welches auch bald nach seinem Tode geschehen ist; aber ausser diesen beydcu Sammlungen istnoch ein schätzbarer Vorrath an Büchern übrig, der der Wahl und dem Geschmack des Herrnvon EggerS Ehre macht. Er stand in einer genauen Correspoudcnz mit verschiedenen Gelehrten

*) Katharina II., dir Große.