lV. Die Schleswig-kolstein-dänische Linie.
Henning Cggers, dcr jüngste Sohn des Knnfmanns Henning Eggcrs, der Stamm-vater der Schlcswig-holstcin-dänischcn Linie, wurde geboren zu Hamburg im Februar 1626.Er wandte sich dcr Gelehrsamkeit zu und, nachdem er daS Johannenm'^) zu Hamburg besuchthatte, stndirte er Theologie zu Jena, wo er auch, wahrscheinlich 1654, Magister wurde, woraufer als Nector nach Brunsbüttel in Süderdilhmarschcn berufen wurde. Noch nicht hundert Jahrewaren vergangen, als unser Ahnherr Dithmarschcn betrat, daß nach Jahrhunderte langer Anstren-gung endlich die Eroberung jenes bäuerlichen Freistaats unter der Regierung Friedrich II. gelungenwar. Wenige Jahre nur waren verflossen, seitdem der König Christian IV. durch seine Teil-nahme am dreißigjährigen Kriege gerade seine blühendsten Lande den Horden jenes schrecklichenKrieges preisgegeben hatte. In jenen traurigen Zeiten wird gerade kein Ucbcrslnß an Geistlichengewesen sein und wohl wenige die Neigung gehabt haben, den Aufenthalt in sicheren Städtenmit dem in durch den Krieg verödeten Landen zu vertauschen. Henning Eggcrs ist jedoch nichtnach Hamburg zurückgekehrt, sondern seit dem II. Juli l658 finden wir ihn als Diaconns or-dinirt zu Südcrau in Holstein. In demselben Jahre (am 25. Juli) vermählte er sich mit JlsabcLouwing. Während HanS eine Tochter des neuen Vaterlandes, ans dcr angesehenen Familieder Wedcmann, als Stnmmmntter dcr mecklenburgischen Linie heimführte, Nicolans die Ahnfraudes hannoverschen Zweiges ans dem altsranzösischcn Patriciergeschlcchtc dcr Chappnzeau erwählte,nahm dieser dritte der Ahnherren seine Gattin ans dcr alten Heimathstadt. Die Trauung warin der St. Pctri-Kirche. Das Diaconat zu Südcrau hat Henning verwaltet bis 1676, in welchemJahre er am 1?. September, nach Ableben des Hanptpastors, zum Hanptpastorat berufen wurde.Die Schicksale SchlcSwig-HolsteinS während seines Aufenthaltes zu Süderau sind nicht von erheb-lichem Interesse. Als damals dcr Dithmarschcn Kraft gebrochen und sie, zwar mit Beibehältihrer meisten Freiheiten und ihrer Gemcindcvcrfassnng, Holstein einverleibt wurden, ging mit dcrFreiheit DithmarschenS die Selbstständigkeit Schleswig - Holsteins völlig zu Grunde. JenerBanernkampf war die letzte sclbstständigc VolkSthat der Herzogthümcr. Als sieh das dänischeVolk dem Königsgesetz Friedrich III. 1666 unterwarf, wären die Herzogthümcr dem dänischenDespotismus sicher unterlegen, wenn ihnen nicht die Thcilnng in den Königlichen (19. September1586) und den Herzoglichen Anthcil einen Schein von Unabhängigkeit erhalten Hütte. So bietetdie Geschichte der einst so thatkräftigen Lande nichts NennenSwerthcs, außer dem fortdauerndeneifersüchtigen Kampfe zwischen dcr Königlichen und Herzoglichen Linie, welcher den Landen einsclbstständiges Dasein fristet.
Von Bugenhagen eingerichtet auf Betreiben des Raths und 1529 eröffnet, von Heß II. Z75.