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Ungeachtet er noch nicht diejenige Stufen des Alters betrat, da die Hinfälligkeit des menschlichenKörpers das Unvermögen mit sich zn bringen Pfleget, so war er doch seit einiger Zeit manchenbeschwerlichen Zufällen unterworfen, die ihm insbesondere die Klagen über Schmerzen und Schwach-heit in den Füssen auspreßten, Oesters überwand er die Schmerzen durch das Gespräch undden Besuch freundschaftlicher Gesellschaften, und vermied sorgfältig die beschwerliche Nothwendig-keit bettlägerig zn werden. Allein das Ucbcl verfolgte ihn bald auf einem andern Wege: nurwenige Tage vor seinem Ende klagte er über eine belegte Brust; und so wenig seine Hanßgc-nosscn, und die welche ihn besuchten, eine Todesgefahr anS dieser Krankheit besorgten, so starber doch den 12. Januar 1773 plötzlich und ohne daß seine erschrockene Bedienten ihm weitereHülfe leisten konnten, nachdem er nur nngefehr zwey Tage das Bette gehütet und noch in denvorhergehenden Tagen mit der gewöhnlichen Lebhaftigkeit seine Verrichtungen auch außerhalb demHanse besorget hatte.
So unvcrmuthet starb Eggcrs, der als Christ und als Menschenfreund, als Officicrund als Gelehrter gleiche Vorzüge und Talente besaß, und dessen Eigenschaften des Verstandeswenigstens den Eigenschaften seines Herzens gleich waren.
In seiner Religion war er eifrig und läutern er kannte die Pflichten eines Christenund übte sie anS, ungeachtet er nicht mit äussern Verdiensten darin zn prangen suchte. DieReligion hatte einen grösser» Einfluß in sein Herz als in das Ccrcmoniel seines Wandels, undsie hatte ihn zum wahren Menschenfreunde gebildet. Sein uneigennütziges Betragen machte ihnzum Freunde der Hülflosen, und zur Stütze der Verlassenen: er suchte nicht Ruhm in den Gaben,die er der Armuth insgeheim anötheilte, und er befriedigte nur sein Herz durch die Wohlthatcn,die er einigen seiner Angehörigen die deren bedürftig waren, erzeigte. Er schätzte fremde Ver-dienste, er forschte ihnen nach und sein edler Trieb Hülfe zn leisten, floß ans der ächten Quelledie Vollkommenheit anderer zn befördern. So gesprächig er war, und so gerne er auch moralischeUnterredungen führte, so zurückhaltend war er doch in der Bcnrtheilnng fremder Fehler oderVergchungcn; er. haßte daS Laster, aber nie mit der Person, er tadelte und strafte es nur inseinem allgemeinen Laufe, und kante selbst nicht leiden wenn von Abwesenden übel geredet wurde,er schwieg stille oder unterbrach das Gespräch, um durch seinen reichen Vorrath an Materiender Unterhaltung einen Rcitz und eine neue Wendung zn geben. Den Lügen war er äußerstgram, und wer ihm einmal eine Unwahrheit gesagt hatte, dem pflegte er nicht leicht wieder zutrauen. Er konte sich über einen lügenhaften Schriftsteller eben so sehr ereifern, als über einenGesuchten der ihm einen falschen Rapport brachte, und seine Hanßbedienten haben öfters dieFolgen dieser Feindschaft gegen die Lügner mit ihrem Schaden erfahren. Beh einem zwarcholerischen Temperamente war er doch nachgebend, so bald er von der Wahrheit einer Sacheüberzeugt war, die er mißverstanden hatte. Sein gefälliges Betragen machte ihn in dem gesell-schaftlichen Umgänge beliebt, und noch in seinem Alter fehlte es ihm nicht an der Gabe, mitden anmnthigstcn Erzählungen und sinnreichen Scherzen eine Gesellschaft zu unterhalten. SeineFreunde liebte er aufrichtig und cS war ihm nicht gleichgültig ihrer Gesellschaft zn genießen oderzn entbehren. Er war dienstfertig und offenherzig wo die Umstände es zn sehn erlaubten; aufsein Wort konte man sich verlassen, und er versprach nie etwas was er nicht halten konnte. DieWürde seines Characters behauptete er mit Anstand, aber Stolz, Neid und Eigennutz warenallzu niedrige Eigenschaften, als daß sie in eine so schöne Seele hätten eindringen können.
Mit den edelsten Tugenden dcS Herzens verknüpfte er einen scharfen und durch Erfah-rung ausgebildeten Verstand. Seine Einsichten und ausgebreiteten Kenntnisse waren um destoschätzbarer, da sie der Cnltnr seiner Naturgabcn allein beyzumcssen waren. Er war von Jugend