Druckschrift 
1 (1879)
Entstehung
Seite
161
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INI

seines Vaterlandes, und die Dienste welche er derKönigl. schwedischen Academic*) der Wissenschaftenzu Stockholm durch einen zahlreichen Behtrag zu ihrem Büchcrschatze sowohl als durch andreBesorgungen geleistet hat, sind von dersclden mit seiner Aufnahme zu einem einheimischen Mit-glicdc belohnet worden.

Seine große Gelehrsamkeit wurde durch das Verdienst einer uncrmttdctcn Arbeitsamkeiterhoben: er haßte den Mttssiggang und zeigte solches selbst in der Wahl seiner Ergötzlichkeiten.Vom Spiele war er niemals ein Liebhaber gewesen; ob er sich gleich des Wohlstandes halberZu den Regeln einer jeden Gesellschaft bequemte, so pflegte er doch den freundschaftlichen Unter-redungen den Vorzug zu geben, ja er verthcidigte noch eher die größeren Asscmblcen, wo derTanz oder die Musik die allgemeine Unterhaltung nicht aufhebet, und wo die ernsthafte Stillean den Spieltischen der Munterkeit des Gesprächs nicht Trotz bietet. So gerne er einen nütz-lichen Zeitvertreib außer dem Hanse wählte, so emsig und fleißig war er auch ans seinem Zinnner.Außer seinen eigenhändigen Mannscripten, die unfcblbar fruchtbare Bemerkungen ans seinenReisen und dienliche Erläuterungen zu denen von ihm mitgemachten Fcldzngcn in sich enthaltenmögen, und deren er eine große Menge zur Verwunderung seiner Freunde hinterlassen hat, ister auch durch öffentliche in den Druck gegebene Schriften berühmt geworden. Sein Tagebuchvon der Belagerung von Bergen op Zoom ist unter dem Titel.Ivnrnal^) cle 8iöAv civIlorz; op Xoom" seit 1747 in verschiedenen Auflagen an's Licht getreten: er hat des Herr»Hubert cle la (muna^o lliotionnaire inililairo" verbessert und mit Zusätzen vermehret zuDresden 1752 in zwei Bänden in 8. herausgegeben; auch selbst einKricgs-Jngcnicnr-Artillerie-See- und Rittcr-Lexicon" geschrieben, welches zu Dresden 1757 in zwei Bänden in 8. heraus-gekommen ist. Ucbcrhaupt war er ein Kenner und Liebhaber der Litteratur, und er Pflegtedieser Neigung halber die öffentlichen Bücher-Anctioncn gerne zu besuchen, Ivo er Gelegenheitfand, gelehrte Anmerkungen zur Belehrung seiner Bcysitzer einzustreuen, und wo er zuweilenmit einem rechtmäßigen Eifer, einem falsch angezeigten oder unbekannten Buche den wahrenWerth bestimmte. Hicnächst besaß er eine vorzügliche Kcnntniß von Münzen und Medaillenund bat einen kostbaren Vorrath von Kupferstichen, Zeichnungen und Rissen, die er zum Thcilselbst verfertigt hat, nachgelassen. Seine fast vollständige Sammlung Schwedischer Medaillenliebte er sehr, und pflegte oft den Gedanken zu äussern, daß er ihr künftig einen Besitzer undLiebhaber wünschte, der sie ohne Zerstreuung an sich behalten und vermehren möchte.

Sein HanSwcscn war nach einer von ihm selbst gewählten Ordnung eingerichtet. Un-geachtet er im ehrlosen Stande lebte und einer Ncyhe ernsthafter Beschäftigungen täglich nach-zufolgen hatte, so ließ er sein Hanß doch nicht durch fremde Vorschriften regieren, sondern er-thciltc in dem kleinsten Umstände selbst die Befehle, die seine Bedienten befolgen mußten. Erhat sich niemals verhcyrathct, er liebte zwar den Umgang mit dem schönen Gcschlcchte, aber dieVorzüge der Ehe Pflegte er nur bedingungsweise zu verthchdigcn. So eingeschränkt seine Oeconomiezn sehn schien, so vortrcflich zeigte sie sich, wenn er eine Gesellschaft zur Tafel hatte. Er wargastfrei), auch wenn cS der Wohlstand erforderte prächtig und nichts weniger als karg. Mankonnte sich keinen angcnehmcrn Wirth wünschen als ihn, er würzte die Speisen mit einer ge-fälligen Heiterkeit des Gesichtes, mit den anmnthigstcn Erzählungen und mit witzrcichen Bemer-kungen. Ungeachtet er selbst die größte Mässigkcit beobachtete, so sähe er es doch gerne wenn

'^) 3n der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm hielt der schwedische NeichshhtoriographSchönberg eine Rede auf ihn am 10. November 177S. Gadebusch I, S. 249.

«) Zu Amsterdam und Leipzig 17S0 in 12. zuerst erschienen. Gadebusch I, S. 249. ^