Druckschrift 
1 (1879)
Entstehung
Seite
144
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Die Hanpteinwcndnng gegen diese Ordnung und diejenige, die mich öfters Anlaß znMißvergnügen gegeben hat, ist die, daß der fleißige Arbeiter nicht mehr Lohn bekommt als derfanlc oder nachlässige, und daß hierdurch jeder Stimulus zu erhöhter Thätigkcit und vermehrtemFleiß ausgeschlossen ist. Diesem Uebelstande könnte indcß leicht durch eine Erweiterung derLöhnnngS-Scala nach Tüchtigkeit und Fleiß abgeholfen werden, während die übrigen Bestim-mungen der Regulationen, namentlich der jährliche Contract und das Minimum der täglichenArbeitsstunden jedenfalls sehr zweckmäßig und für den Plantagenbau als unumgänglich noth-wcndig bezeichnet werden müssen.

Anläßlich einer bedeutenden Subvention zur Anlage einer Ccntralfactorei von Seitendes Staates bestimmte ein vom dänischen Reichstage im Jahre 1877 angenommenes Gesetz, daßbinnen drei Jahren die obengenannten Arbeiterrcgulationen abgeschafft werden sollten, wie solchesschon vor mehreren Jahren ans den beiden andern dünischen Inseln geschehen war. Der Grundzu dieser Bestimmung scheint hauptsächlich ein allgemeiner theoretischer Unwille gegen durch dasGesetz normirte Arbeitspreise gewesen zn sein, ohne besondere Nücksichtsnahme ans die exceptio-nellen Elemente, um die es sich hier handelte. Jedenfalls ward dieser Passus von der Abschaffungder Regulationen ganz kurz dem betreffenden Gesetze hinzugefügt, ohne auch nur eine Andeutungin den Verhandlungen, ans welche Art man sich denn eigentlich dieses Verhültniß alsdanngeordnet dachte.

Wenngleich demnach die genannten Regulationen vielleicht einigen Grund zur Unzufrie-denheit unter den Arbeitern geben konnten, war die materielle Lage derselben jedoch, aus Basisdieser Regulationen, so glücklich, wie man es nur von einem Landprolctariat erwarten kann, undwie man es jedenfalls dem armen europäischen Landarbeiter oder Käthncr wünschen möchte.Außer dem gesetzmäßigen Lohne haben die Neger nämlich noch viele andere Begünstigungen ansder Plantage, sowie Zucker und Rum während der ganzen Erntezeit, alle Baumfrüchte ans demGrunde der Plantage, Gras für ihr Pferd und viele dergleichen Sachen, die alle dazu beitragen,ihnen eine comfortable Existenz zn sichern, so daß es zum Beispiel ein für alle Fremden über-raschendes Schauspiel ist, die Landarbeiter Sonntags alle zn Pferde oder in einer Karre miteinem Pony bespannt in sebr anständiger Kleidung zur Kirche ziehen zu sehen, sowie auch dasInnere der Negcrhünscr fast überall eine gewisse Wohlhabenheit verräth.

Ein Hauptgrund der Unzufriedenheit ist in der Immigration von vielen Negern ausBarbados und Antigua zn suchen, indem hierdurch ein schlechtes Element unter die sonst fried-fertigen St. Croix-Neger gebracht wurde, wie es sich auch gezeigt hat, daß bei der letzten Em-pörung die Hauptzahl der Anfrührer englische eingewanderte Neger waren.

Bei jeder andern Menschcnrace scheint es immerhin unmöglich, daß so geringfügige Be-schwerden, die obendrein noch nie Gegenstand der Klage von Seiten der Neger gewesen sindund die binnen zwei Jahren hätten abgeschafft werden sollen, eine so schauderhafte Empörungwie die jüngst stattgehabte, bei der zwei Drittel aller Plantagen von einem Ende der Insel biszum andern und eine ganze Stadt ans die sinnloseste Weise eingeäschert wurden, hervorrufenkonnten. Nur bei Ziegern scheint cS denkbar, daß sonst wohlgenährte und verhältnißmäßigglückliche Landarbeiter sich plötzlich zusammenrotten und von wilde» Mordbrennern mitgerissensich verleiten lassen, ihre eigenen Plantagen anzuzünden und auszuplündern, und zwar auf einerkleinen offenen Insel, wo sie überzeugt sein mußten über kurz oder lang der gerechten Strafeanhcim zu fallen. Beim Standrecht hat man viele bezeichnende Aussagen von den Eingefangcncnerhalten, die deutlich zeigen, ans welcher fast unzurechnungsfähigen Geistcssiufc die Negerraceim Großen und Ganzen genommen steht. Ein Mordbrenner hatte zum Beispiel erst sein Vieh,