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Eine kurze Strecke von der Stndt auf der Plantage Carlton, wo sie eingekehrt waren, wurdensie von einem Negerhanfcn überfallen und scheußlich ermordet. Die Neger wandten sich jetzt vonder Stndt anfs Land und fingen an alle Plantagen zu verbrennen, ja sogar die Zuckcrfclderwurden an vielen Orten in Brand gesteckt. Sie theiltcn sich in mehrere Banden, nm destoschneller da? Merk der Zerstörung ausführen zn können. Uebcrall flohen die Pflanzer mit ihrenFamilien in Entsetzen und überall vergrößerte sich die Schaar der Banditen durch neue Zuzüge.Die wenigen Truppen mußten sich begnügen, die beiden Städte zu besetzen, namentlich war jetztChristianstcd, die Hauptstadt der Insel, bedroht, welche die Anfrührcr geschworen hatten auchanzuzünden und alle Weißen des Landes zu verjagen.
Gleich am Morgen dcS 2. Octobcr hatten wir hier in St. Thomas telegraphischc Nach-richt von dem Geschehenen, und um 12 Uhr fuhr der Gouverneur mit dem englischen Dampfer„Arno", der von der Royal Mail Company zn seiner Disposition gestellt war, von hier nachSt. Croix ab. Ich begleitete ihn mit einem Offizier und 53 Mann meiner Compagnie.
Abends in Christianstcd angekommen, machte ich mit ca. 30 Mann gleich eine Expeditionlängs der Nordküste, kehrte aber um 3 Uhr Morgens wieder zurück, ohne die Banden gesehenzn haben, während wir jedoch weiter unten im Lande die Plantagen hell auflodern sahen. Um8 Uhr zog dann meine ganze Abthcilnng in Wagen ans, begleitet von einigen 20 berittenenPflanzern und mehreren Freiwilligen, alle mit Gewehren und Revolvern bewaffner. Selbst derArzt des „Arno", ein junger Engländer, machte die Expedition als Amateur mit. Nur eineVicrtelmcilc von der Sladt, auf der Plantage Annas Hope, trafen wir die Neger, die soebenim Begriff waren, die genannte Plantage zn plündern und in Brand zn stecken.
Im Nu waren wir über sie her mit dem Bajonnet, und was nicht davon lief, wurdeerschossen oder erstochen. Leider begünstigten die hohen Zuckcrfclder die Flucht der Banden undhöchstens einige 20 wurden hier erwischt. Sowohl die Soldaten wie die Pflanzer und die Frei-willigen waren sehr brav und stürzten sich mit wahrer Wnth ans die Mordbrenner. Diese warenmit Beilen und Spießen bewaffnet, nur sehr wenige unter ihnen hatten Gewehre oder Pistolen,hauptsächlich die Anführer. Jetzt verfolgten wir den Weg quer durchs Land, nm Frcdcrikstcdzn entsetzen und zugleich auf unserer Ronte die Banden zn zerstreuen. Ueberall wohin wirkamen, sahen wir dasselbe Bild der Zerstörung durch Feuer und ferne Plantagen in Ranch auf-gehen. ES war ein entsetzliches Bild der Oedc und der Leere, diese abgebrannten, früher soblühenden Plantagen und die noch rauchenden Trümmer der einst glücklichen Wohnungen derfleißigen Pflanzer. Bei der früher schon genannten Plantage Carlton erwischten wir endlichwieder eine Bande, die gerade die Plantage in Brand gesteckt hatte. Auch hier saßen wir abund stürmten die Plantage, und was nicht entwischte, wurde niedergemacht. Die Wnth meinerLeute war unbeschreiblich, als sie ihre zwei tobten Kameraden neben dem Wege im Grase liegensahen, und sie schonten keinen der Mordbrenner, der in ihre Hände fiel. Es wurden hier ca. 25von diesen Teufeln umgebracht. Hierauf fuhren wir weiter nach Fredcriksted, wo wir mit Jubelempfangen wurden, sowohl von den armen Einwohnern als von den noch immer im Fort einge-schlossenen Beamten. Nachdem wir hier die Garnison durch 15 meiner Leute verstärkt hatten,begaben der Gouverneur, der die Expedition in seinem Wagen begleitet hatte, sowie der Nestmeiner Truppen unö an Bord des „Arno", der mittlerweile um die Insel herumgefahren warund Proviant nach Frcdcrikstcd gebracht hatte. Während der Nacht sahen wir noch einige Plan-tagen ans den Bergen der Nordküste auflodern und fuhren gegen Morgen zur See nach Christian-stcd zurück.
Die Banden waren jetzt schon sehr entmnthigt und zum Thcil zersprengt, viele der