„ahm. Obgleich cr noch nicht im Finanz-Collegium angestellt war, bediente man sich doch öftersseiner Einsichten nnd Kenntnisse in ocrschicdencn finanziellen Commissioncn, besonders der imJahre 1789 angeordneten, nm eine vollkommene Ordnung in dem Rechnungswesen des Königlichdänischen See-Etats einzuführen, deren wichtigste Ergcbnissc die Errichtung cineS eigenen Egni-pirnngs-Contors und die Einführung von Contrcbüchern mit den Matrosen waren. Die über-mäßige Arbeit, die diese Commissionen in Verbindung mit seinen sonstigen Amtsgeschäftcn ihmauferlegten, nnd die cr durch angestrengte Nachtwachen zu bewältigen suchte, war indessen dieVeranlassung zu körperlichen Leiden, die ihn später nie wieder verließen und ohne Zweifel ihrenThcil zu seinem frühen Ende beitrugen.
Ans einer Reise in Holstein im Sommer 1799 begriffen, empfing Eggers eine Einladungvon der Universität zu Kopenhagen ans Veranlassung der Festlichkeiten beim Einzüge des Kron-prinzen Friedrich mit dessen Gemahlin, in der RechtSgclehrsamkcit zu promoviren. Er fing dahersogleich an seine Dissertation auszuarbeiten, obgleich die Zeit dazu sehr knapp bemessen war.Allein unterdessen war am 24. August des Jahres durch eine königliche Resolution verordnet worden,daß kein Abwesender, dessen Abwesenheit nicht in AmtSgeschäftcn begründet wäre, die Doctorwürdcerhalten könne, nnd da Eggers hierdurch verhindert ward, bei dieser Gelegenheit an der Univer-sität in Kopenhagen zu promoviren, so schickte cr seine unterdessen vollendete Dissertation- Da jureimperantis libertalem personalem perkeclam re.Uilnencli rnstiew glebae a<i5cripl>z, an diejuristische Facnltät zu Göttingcn, die ihn darauf hin zum »oetor.jnr.^) crcirte.
Im Deccmber 1797 ward von Eggers hauptsächlich in Anbetracht seiner eminentenKenntnisse im Staatsrechte nnd der Verfassung dcö deutschen Reichs, zum Lcgationsrath ernanntnnd der Gesandtschaft, welche der König von Dänemark unter dem Minister Baron von Rosen-krantz nach Rastadt zum dortigen Friedcnscongressc schickte, attachirt. In dieser Stellung erwarbenseine Einsicht nnd hohe Bildung ihm die Achtung nnd Freundschaft vieler ausgezeichneter Männer,die bei dieser wichtigen Gelegenheit sich dort versammelt hatten. Selbst das französische Gc-sandtschaftspcrsonal bezeugte ihm viele Achtung, obgleich er die allgemeine Indignation wegendeS Trotzes nnd dcS gebietenden Tones desselben, besonders gegen das Ende der Verhandlungen,theiltc. Ja, mit dem nachher so unglücklichen französischen Gesandten Noberjot und dem Lega-tionSsecrctair Nosensticl, zwei sebr humanen Männern, stand cr in dem freundschaftlichsten Ver-hältnisse. Den Befehlen seines HofcS gemäß war er einer der letzten, der diesen Ort nach derbekannten traurigen Ermordung der französischen Gesandten verließ. Von seiner unermüdlichenThätigkeit während seine? Aufenthalts in Rastadt zeugt das von ihm unter dem Mantel „einesSchweizers" herausgegebene interessante Werk: „Geheime Geschichte der Rastadtcr Friedensver-handlungen. Germanien 1799". Nach der Auflösung des Rastadtcr Congrcsscs reiste v. Eggcrszu der kais. östcrr. Armee in die Schweiz, wo cr ausgezeichnet gnädig von dem Erzherzog Karlaufgenommen wurde. Hier machte er auch die Bekanntschaft des berühmten Faßbinder nndgewann dessen vorzügliche Hochachtung. Auch war cr hier Augenzeuge des siegreichen Angriffsdes Erzherzogs jenseits Schaphausen, der die Gewogenheit hatte, ihm Pferde schicken zu lassen,nm diesem interessanten Gefecht als Zuschauer beiwohnen zu können. Von da reiste er über Wien,Dresden nnd Berlin zurück nach Kopenhagen. Von Rastadt ans hatte er außerdem zwei Reisennnd zwar zu Fuß beinahe durch die ganze Schweiz gemacht, ans welchen er Gelegenheit hatte,Beobachtungen über die unglücklichen Wirkungen der französischen Revolution in diesem vorhinso freien nnd glücklichen Lande zu machen.
Das Doctor-Diplom befindet sich bei den Familienpapieren.