122
Gelegenheit mögc zugleich der in späteren Jahren von Eggcrs anonym eingesandten und preis-gekrönten Arbeiten Erwähnung geschehen. So erhielt er den ans ein „Lehrbuch des neuen preu-ßischen Gesetzbuches" ausgesetzten Preis; ferner den Preis für eine „Prozeß-Ordnung", ausgesetztvon der Regierung deS CantonS Bern, sowie für eine von ihm in dänischer Sprache abgefaßteAbhandlung über eine „Universität in Norwegen", ausgesetzt von einer Gesellschaft im Jahre 1795.Endlich ward ihm dieselbe Auszeichnung zu Theil für eine „Untersuchung der Mittel, einem durchKrieg verfallenen Lande wieder aufzuhelfen", die von der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaftenzn Güttingen ausgesetzt war. Diese Schrift ward nach des Verfassers Tode in verschiedenendeutschen Zeitschriften nach den großen Kriegen zu Anfang dieses Jahrhunderts der allgemeinenBeachtung empfohlen.
Sein Mannscript der Schrift über Island, welches er von Mcldorf nach Kopenhagenmitgebracht hatte, fand daselbst den Beifall vieler einsichtsvoller Männer, besonders deS Confercnz-rathS Erichscn, eines geborenen Isländers, und ward auf dessen Empfehlung mit KöniglicherUnterstützung im Druck herausgegeben (1783).
Als wegen der Verheerungen, welche die vulkanischen Ausbrüche im Jahre 1784 ausder genannten Insel angerichtet hatten, im Anfange des folgenden Jahres eine Commission an-geordnet wurde, nm die passendsten Mittel vorzuschlagen, wodurch dieser arg verwüsteten Inselwieder aufgeholfen werden könnte, ward Eggcrs zum Sccrctair dieser Commission ernannt. EineFolge dieser Ernennung war die im Jahre 1786 verordnete „Freilassung des Handels" aufIsland für alle Königlichen Untcrthanen, nachdem derselbe seit 266 Jahren nur monopolischbetrieben worden war; ferner die „Errichtung von Handels-Städten" auf Island, mit mehrerendahin gehörenden Anordnungen. Diese Veränderungen bewährten sich nicht nur überaus nützlichfür die Insel selbst, sondern auch sehr ersprießlich für die Occonomic des ganzen Landes, indemder für das ganze Land so höchst wichtige Fischfang von der Zeit an ununterbrochen in der Quan-tität zugenommen hat, wofür große Geldsummen ans der Fremde in das Land eingezogen sind.Achnliche commissarische Untersuchungen wurden in den Jahren 1788 und 1796 wegen des grön-ländischen und französischen Handels angeordnet. Eggcrs Arbeiten bei der vorerwähnten islän-dischen Commission waren so günstig aufgenommen worden, daß er an dieser Commission alsMitglied Theil nahm. Das Resultat dieser Untersuchungen bestand in verschiedenen nicht unbe-deutenden Ersparnissen, obgleich die nachher eingetretenen Zeitumstände die Freilassung des Handelsans den Färbern nicht erlaubten, welche die Commission sonst vorzuschlagen gedacht, und die auchdurch mehrere erhebliche Verbesserungen eingeleitet wurde.
Seine Kenntnisse der Finanzfächcr und der Occonomie, die er öfter bei dieser und ähn-lichen Gelegenheiten zn zeigen vermochte, waren die Veranlassung, daß er im Jahre 1785 zumProfessor der Camernl-Wisscnschaftcn an der Universität zn Kopenhagen ernannt wurde und des-halb ans dem Commerz-Colleginm heraustrat. Im folgenden Jahre ward er in der damals nen-crrichtctcn Creditkasse als Sccrctair und Buchhalter angestellt, nachher trat er als Mitglied indie Dircction derselben ein. In dieser Stellung gelang es ihm auszuwirken, daß die Kasse, indemsie ihre ersten Fonds dadurch erweiterte, daß sie Anleihen ans Obligationen anfnahm, Gelder andiejenigen Frohnbanern ausleihen konnte, welche die von ihnen bewohnten Gehöfte an sich kaufenwollten, wodurch mehrere hundert Familien fast unmerklich und ohne Verlust für die Kasse znerheblichem Wohlstände gelangten.
Bei der Umgestaltung der Universität zu Kopenhagen im Jahre 1788 ward er zumProfessor juris publici exlraorclinarius ernannt, in welcher Stellung er Vorlesungen über alleThcilc der Rechtswissenschaft hielt und mit seinen Collegen Theil an den akademischen Prüfungen