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eine Nachricht, die man zn haben wünschte, mitzuthcilcn. Eine einzige Rechtsfrage, die manihm that, gab bisweilen die Veranlassung zn Aufsätzen, welche ihm eines ganzen Tages Arbeitkosteten. Er pflegte hierbei wohl gar anderer Meinung zn Rathe zn ziehen. Eben so willigverlieh er, wo er es mit gutem Gewissen thun konnte, seine Unterstützung einem jeden, der siebegehrte. Viele noch jetzt lebende Königl. Bediente haben znm Theil, und vielleicht hauptsächlich,seiner Empfehlung, und der Anleitung, die er denselben gegeben hat, ihre erste Beförderung undden Grund ihres nachmaligen Fortkommens zu danken. Besonders auszeichnend war sein Be-streben, jemand in Erlangung nützlicher Kenntnisse und Ausbildung des Geistes überhaupt andie Hand zn gehen. Seine Büchersammlnng stand jedem Wißbegierigen zum Gebrauch, under kaufte viele Bücher, die er selbst noch nicht lesen konnte, bloß zn diesem Endzweck. Wenner irgend eine interessante Bemerkung, oder einen wichtigen philosophischen Aufsatz oder auchwol nur eine verständige Necension eines merkwürdigen Buches las, so unterließ er nicht, diesesMännern, auf deren Verstand und Kenntnisse er etwas hielt, mitzuthcilcn, und forderte sie ans,ihm ihre Meinung darüber zn sagen. Sein bald nach ihm verstorbener Freund Jochims*), wonicht einer von den größten Gelehrten, doch gewiß einer der tiefsten Denker Deutschlands, ge-stand öffentlich in der kurzen rührenden Leichenrede, die er ihm hielt, daß er ohne jene freund-schaftlichen Bemühungen desselben nie diejenigen Kenntnisse, welche er besaß, erworben habenwürde. Er unterstützte aber auch manchen Unvermögenden ans die großmüthigstc Weise mitbaarcm Gclde zur Fortsetzung der Studien ans Acadcmicn.
Uebrigcns konnte man ihm eigentlich Freigebigkeit nicht zuschreiben, sofern diese derSparsamkeit entgegensteht. Lange Erfahrung hatte ihn den Werth des Geldes sehr gut kennengelehrt. Unter andern hatte er sich zum Grundsatz gemacht, einen ansehnlichen Borrath davonauf unvorgcschcne Fälle zurückzulegen. Diesen griff er nicht anders an, als wenn er voraussah,daß er da§ daraus entnommene bald wieder ersetzen könnte. Inzwischen häufte er keine Kapitalienzusammen, sondern er war zufrieden, wenn seine Ausgaben mit seinen Einnahmen balancirtcn.Ehe er sich zn irgend einer Ausgabe entschloß, überlegte er vorher sorgfältig, ob sie anch noth-wcndig sei. Nur in diesem Falle gab er willig und ohne einiges Mißvergnügen. In Kleinig-keiten war seine Dekonomie bisweilen übertrieben. Die Uebcrlcgnngcn, welche er darauf verwandte,schienen der Größe seines Geistes nicht würdig zn sein, doch geschah dadurch niemandem zu nahe.Denn genau war er keineswegs. DaS Dingen ans Heller und Pfennige konnte er nicht leiden.Etwas schuldig zn sein war ihm unerträglich. Er bezahlte daher alles, was er bedurfte, gleichbaar, wozu auch der edle Bcwcgnngsgrnnd kam, die Handwerker n. s. f. nicht lange auf ihreBezahlung warten zn lassen, welches denselben bekanntlich so sehr schwer fällt.
Seine Mitleidigkcit war von der edelsten Art. Sic bestand nicht bloß in Gefühlen,sondern ging gleich in Thätigkcit über. Die Armnth unterstützte er nicht nur durch milde Gaben,sondern diente auch, wie ich vorhin bemerkt habe, den HülfSbcdürfrigen aller Art, durch jedeserlaubte Mittel. Gegen körperliche Leiden der Menschen war er äußerst theilnchmcnd. Er er-kundigte sich sorgfältig, sobald er von einem Kranken hörte. Dürftige ließ er oft ans seineKosten durch die Hülfe eines geschickten Arztes heilen, oder ihnen bewährt gefundene Hanomittcrund andere allgemein bekannte, wirksame Arzcneicn reiche». Er sammelte zu diesem Ende eineMenge mcdicinischcr Vorschriften aller Art, empfahl jedoch keine, ohne darüber umher einen
Jacob Jochims, Kirchcnprobst ber Landschaft Süderdithmarschen, Consistorialrath. geboren den10. Octobcr 181S. Uedcr ihn findet sich auch ein Abschnitt in „Wolfraths Charactcristck edler und mertwür-diger Menschen."